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Existenzangst überwinden

EXISTENZANGST – Erlernte Hilflosigkeit, Ursachen und Abhilfe

Existenzangst.

Das Gehirn ist im Panik-Modus.

Es funktioniert nicht wie gewohnt.

Die Gedanken wirbeln wie ein Hurrikan im Kreis.

Keine Lösung will einem einfallen.

Kein Land in Sicht.

Die Atmung ist flach.

Man kann nachts nicht schlafen.

Wacht schweißgebadet auf.

Wälzt sich von einer Seite auf die andere.

Tagsüber fühlt man sich ausgelaugt.

Man kann nicht konstruktiv handeln.

Ist wie gelähmt.

Was tun?

Keine Eingebung. Keine Antwort. Nur Angst.

Wenn dir dieses Szenario bekannt vorkommt, dann ist dieser Artikel für dich.   🙂

 

Inhaltsangabe

1. Warum Existenzangst den einen motiviert und den anderen lähmt

2. Was ist erlernte Hilflosigkeit

3. Ursache für erlernte Hilflosigkeit bei Menschen

4. Soforthilfe-Maßnahmen bei akuter Existenzangst

5. Maßnahmen zur langfristigen Beseitigung von Existenzangst

6. Fazit

Betroffenen-Umfrage

 

1. Warum Existenzangst den einen motiviert und den anderen lähmt

Jeder Mensch kennt Existenzangst und ist ihr irgendwann im Laufe seines Lebens begegnet.

Aber nicht alle Menschen erleben Existenzangst als derart bedrohlich und oder sogar lähmend.

Es gibt Menschen, die Existenzangst sehr wohl spüren, diese aber dann als Antriebsmotor gut für sich nutzen können. Wie man das macht erzählt Peer Wandiger von Selbstständig im Netz.

Warum Existenzangst den einen Menschen motiviert und einen anderen gänzlich außer Gefecht setzt, ist nicht etwa angeboren.

Vielmehr handelt es sich um erlernte Hilflosigkeit  in der Vergangenheit.

Wer mit Existenzangst umgehen kann, ohne wie das Kaninchen vor der Schlange zu erstarren, der hat in seiner Kindheit andere Verhaltensprogramme gelernt als jene Menschen, die mit Existenzangst nicht so gut zurechtkommen.

 

 

2. Was ist erlernte Hilflosigkeit

In wissenschaftlichen (und leider nicht besonders feinfühligen) Experimenten mit Hunden, gelang es Forschern erlernte Hilflosigkeit zu demonstrieren.

Tiere, die einmal gelernt hatten, dass sie durch ihr eigenes Verhalten Stromschlägen entkommen konnten, blieben in einer Situation, aus der sie nicht flüchten konnten, hartnäckiger weitere Fluchtversuche zu unternehmen.

Während Tiere, denen man in ausweglosen Tests beigebracht hatte, dass sie Stromschlägen nicht entkommen konnten, in einer späteren Situation, wo Flucht möglich gewesen wäre, keine Fluchtversuche unternahmen.

Statt dessen kauerten sie sich verängstigt und regungslos zusammen.

Die negativ geprägten Hunde lernten, dass ihr Verhalten KEINE Auswirkung hat.

Diese Annahme wird dann auf sich wiederholende oder ähnliche Situationen übertragen.

Das gleiche Verhaltensmuster beobachtet man bei Menschen.

 

3. Ursache für erlernte Hilflosigkeit bei Menschen

Wer wiederholt erleben musste, in einer Notsituation mit seinen Handlungen nichts bewirken zu können, lernt Hilflosigkeit bzw. Machtlosigkeit.

Man hat irgendwann in seiner Kindheit erfahren, sich in belastenden oder bedrohlichen Situationen NICHT selbst helfen zu können.

Findet man sich als Erwachsener in einer Situation wieder, welche als ähnlich bedrohlich empfunden wird, wie jene aus der Kindheit, überkommt und lähmt einen die gleiche Angst.

Traumatisierung und erlernte Hilflosigkeit, kann in sehr frühen Jahren auftreten und wird daher von den Betroffenen oft nicht als konkretes Ereignis erinnert.

Muss zum Beispiel ein Baby in der Phase völliger Abhängigkeit wiederholt erleben, dass sein Weinen und Rufen nach Nahrung, Liebe, Sicherheit oder Geborgenheit keine Reaktion zeigt, weil keine fürsorgliche Bezugsperson gegenwärtig ist, dann lernt und verinnerlicht es:

•    Ich kann meine Bedürfnisse nicht befrieden
•    Ich kann mir nicht selbst helfen
•    Ich bin machtlos
•    Ich bin hilflos

Wird keine gegenteilige Erfahrung gemacht, bleibt dieses erlernte Programm im Unterbewusstsein aktiv.

 

4. Soforthilfe-Maßnahmen bei akuter Existenzangst

1. Atmen

Tief durchatmen. Lange und tiefe Atemzüge beruhigen.

 

2. Erinnern

Rufe dir in Erinnerung, dass die Situation nicht an einem Tag gelöst werden muss.

Das Problem bei Existenzangst ist, verständlicherweise, dass man lieber gestern als heute aus der Situation ausbrechen möchte.

Was die Situation jedoch so unerträglich macht, ist NICHT die Situation selbst. Sondern die unbewussten Erinnerungen an den bereits erfahrenen Schrecken.

Was die Lähmung auslöst, ist das GEFÜHL der Hilflosigkeit.

Denn Hilflosigkeit ist keine Tatsache.

Man ist heute nicht mehr hilflos.

Man ist erwachsen.

Die Umstände haben sich verändert.

Solange aber die Annahme der Machtlosigkeit noch in einem verankert ist,  werden dadurch Rückfälle in alte Verhaltensmuster ausgelöst.

 

3. Entspannen

Mache Entspannungsübungen oder geführte Meditationen.

Damit schaltest du deine linke Gehirnhälfte ab.

So macht dich dein Gehirn nicht länger verrückt, indem es dir nonstop von den drohenden Katastrophen, die gleich über dich hereinbrechen, erzählt.

Die Antwort auf dein Problem fällt dir nicht ein, solange du im Panik-Modus bist.

Die Lösung, was es als nächstes zu tun gilt, kann dich nur erreichen, wenn du ruhig und gelöst bist.

Wie oft haben wir schon das Schlimmste befürchte - ohne, dass es jemals dazu gekommen wäre?

Meditiere und mache Entspannungsübungen.  Dann kommen die richtigen Einfälle von selbst und du wirst wieder handlungsfähig.

 

4. Denke über den nächsten Schritt nach, nicht die Endlösung

In seiner Anspannung und Angst will man die bedrohliche Situation meist SOFORT in die perfekte Situation umwandeln. Ohne Zwischenschritt.

Mach dir klar, dass du bei Existenzangst NICHT die Endlösungen für den Rest deines Lebens zu finden brauchst.

Damit verliert die existenzbedrohliche Situation schon jede Menge von ihrem ursprünglichen Gewicht.

Man kann wieder kreativ denken und etwas unternehmen.

Wenn du deinen Traumjob oder deine Traumwohnung verlierst, dann versteife dich nicht darauf, sofort einen neuen perfekten Ersatz finden zu müssen.

Ein Zeitarbeits-Job, eine Wohnung zur Zwischenmiete oder das Sofa bei einem guten Freund hält dich auch weiter sicher über Wasser, bis du den nächsten Schritt machen kannst.

Vertraue darauf, dass du an dein Ziel gelangst.

Selbst wenn du es nicht in einem gewaltigen Sprung schaffst, so erreichst du es ganz sicher in kleinen Zwischenschritten.

 

5. Maßnahmen zur langfristigen Beseitigung von Existenzangst

➡  Schritt 1: Bewusstmachung

Mache dir bewusst, dass es sich bei Existenzangst, die lähmt, um eine erlernte Hilflosigkeit aus der Vergangenheit handelt.

Also wieder eine Form von Kindheitstrauma und negativer Prägung in Bezug auf die eigenen Fähigkeiten, die noch aktiv ist und dich in deinem Leben und in deiner freien Entfaltung behindert.

Du reagierst auf alte Erinnerungen, auf bereits Erlebtes, auf Situationen in denen du tatsächlich hilflos warst -  und nicht auf die Gegenwart.

Damals konntest du wirklich nichts tun. Heute ist das anders.

Du bist kein Kind mehr, sondern Erwachsen. Du bist nicht mehr von dem Wohlwollen und der Führsorge von anderen Menschen abhängig. Heute kannst du dich selbst versorgen.

➡  Schritt 2: Befreiung von negativer Prägung

Die langfristige Lösung von Existenzangst erreicht man durch die Befreiung von der negativen Prägung und Kindheitstrauma.

Damit gewinnt man den festen Glauben an sich selbst und an seine Kontrollfähigkeit zurück.

Ich habe selbst ein paar Mal versucht Schritt 2 (Heilung) auszulassen und mich sofort aufs Handeln zu stürzen, mit dem Ergebnis, dass ich immer wieder aufs Neue mit Existenzängsten konfrontiert wurde.

Aktive Heilungsmaßnahmen bei erlernter Hilflosigkeit, negativer Prägung und Kindheitstrauma sind entscheidend.

➡  Schritt 3: Handeln

Bringe dein neues Bewusstsein mit deinem Handeln in Einklang.

Lasse dich nicht beim ersten Fehlversuch entmutigen. Wenn ein Weg versperrt ist, dann finde einen anderen.

Erlaube dir Zwischenschritte.

Vielleicht sollst du ja auf dem Weg in dein Traumleben in der Eisdiele jobben, weil dir dort beim Schoko-Eis-Machen, die 1-Million-Dollar-Idee für dein eigenes Business kommt.

Who knows?!

Mit der richtigen Einstellung findest du immer einen Ausweg.

 

6. Fazit

Wenn du Existenzängste hast, und dich schwerer tust als andere Menschen damit umzugehen, dann zweifle nicht an dir.

Deine Reaktion ist ein erlerntes Verhaltensprogramm, welches du dir nicht freiwillig, sondern aus Not angeeignet hast.

Befreie dich davon Schritt für Schritt, indem du bei akuter Existenzangst die Soforthilfe-Maßnahmen anwendest und dich langfristig von deiner negativen Prägung löst.

Damit Existenzängste auch dich in Zukunft motivieren, Vollgas zu geben und deine Träume zu verwirklichen.

Deine Kris

NEGATIVE PRÄGUNG – Was jeder Mensch darüber wissen sollte

Betroffenen-Umfrage

Aus was für Familien stammen Betroffene, die unter Existenzangst leiden?

Erlebst du Existenzangst ebenfalls als lähmend und als wiederkehrendes Übel in deinem Leben?

Dann beteilige dich an der Umfrage.

Es geht darum herauszufinden, ob der familiäre Hintergrund einen Einfluss auf die Entstehung von Existenzangst hat.

Mehrfachauswahl ist möglich.

Nach deiner Eingabe wird dir das Abstimmungsergebnis aller Umfrage-Teilnehmer direkt angezeigt.

Bitte gib eine ehrliche Antwort. Es geht hier darum Betroffenen zu helfen.

Wenn du dir nicht sicher bist, was eine dysfunktionale Familie ist, findest du hier 10 typische Merkmale  (hier klicken).

Mein familiärer Hintergrund ist:

 

 


Deine Gedanken sind wichtig

Hallo, ich bin Kris Wiegand, Selbsthilfe-Coach und Verfasserin des Artikels.

War dieser Artikel hilfreich für dich? Hast du Fragen oder Anregungen? Oder hast du selbst als Kind ähnliche  Erfahrungen gemacht? Dann schreibe einen Kommentar.

Deine Gedanken helfen auch anderen.

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7 Gedanken zu „EXISTENZANGST – Erlernte Hilflosigkeit, Ursachen und Abhilfe

  1. Hallo Kris,
    dieser Artikel gibt mir sehr viel Klarheit. Das tut gut.
    Und auch in der Beschreibung der disfunktionalen Familien erkenne ich ganz viel wieder.
    Danke

    1. Hi Olivia,
      Klarheit ist gut! Das ist der erste Schritt. Danach stehen “innere Aufräumarbeiten” an und die Existenzangst löst sich auf. 🙂
      Alles Gute auf deinem SelbsthilfeHelden-Weg.
      LG, Kris

  2. Vielen Dank für all die Informationen und Tipps. Ich fühle mich angesprochen und erkannt mit meinen Schwierigkeiten. Man kann jahrelang Therapien machen und den Schleier nicht lüften. Man fühlt sich krank, falsch und schuldig. So geht es mir. Diese Webseite macht Hoffnung. Vielen Dank!

  3. Der Text ist so oder leicht modifiziert in vielen Ratgebern – aber wenn z.B. eine wirtschaftliche Situation nach einer Selbstständigkeit und Trennung im Chaos endet dauert die Zeit in der man ohne verlässliche finanzielle Grundlage hantieren und Entscheidungen treffen muss ohne wirklich zu wissen, ob man sie wirklich bezahlen kann wird es schwierig, weil über diese Dinge dann andere (Gerichte – Insolvenzverwalter) entscheiden. Und das dauert!!! (Bei mir schon vier Jahre und noch ist immer noch nichts klar) und wenn man dann noch erkennen muss, über 6 Jahrzehnte mit falschen Glaubenssätzen gelebt zu haben dann wird es schwierig, an eine gewisse Selbstwirksamkeit zu glauben. Letztlich hat man keine Erfahrung, wie man das Leben jetzt richtiger anfassen soll und eine wie auch immer geartete finanzielle Basis aussehen könnte. Woher soll man dann die Zuversicht nehmen, dass alles „gut werden wird“?

    1. Hallo Matthias,

      ich verstehe sehr gut wie du dich fühlst. So habe ich mich auch lange Zeit gefühlt.

      Du stellst genau dir richtigen Fragen!

      „Woher soll man in andauernden Lebenskrisen die Zuversicht nehmen, dass alles gut werden wird?“

      Wenn du die Antwort findest, bist du am Wendepunkt angelangt und auf dem Weg aus der Krise.

      Kein (!) Mensch kann in die Zukunft schauen und weiß, ob alles gut werden wird.

      Das Vertrauen und den Glauben daran muss jeder in sich selbst finden.

      Schwierige Situation sind unsere Lehrer. In guten Zeiten ist es leicht, Vertrauen und Glauben zu haben. Es gilt zu lernen, Vertrauen und Glauben auch in schlechten Zeiten nicht zu verlieren.

      Die meisten Menschen leben nach dem Prinzip „Wenn ich es sehe, glaube ich es“ und bleiben aufgrund dieser Denkweise in Endlos-Problem-Schleifen stecken.

      „Glaube es und du wirst es sehen,“ ist die Denkweise, die dich befreit.

      Ein kluger Mensch hat mal gesagt: „Du denkst du existierst in der Realität. Tatsächlich existiert Realität nur in dir.“

      LG, Kris

  4. Hi Kris,

    huh. Heftiger Punkt, die Existenzangst.
    Überkommt mich immer wieder.

    Die Gründe liegen tiefer.
    Erlernte Hilflosigkeit war mir bisher noch kein Begriff. Danke Dir für den Hinweis.
    Und auch für den Link zu Selbständig im Netz.

    Ja, da gibt es noch einiges an Arbeit.
    Aber: Muss ich ja nciht alles heute machen 🙂

    Danke + Grüße

    1. Hi Matthias,
      Genau. Tolle Einstellung. Heilung ist ein Prozess. Man muss nicht alles heute machen 🙂
      Danke für deinen Kommentar & LG
      Kris

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