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Beitragsbild: Emotionaler Missbrauch in der Kindheit

16 Formen von EMOTIONALEM MISSBRAUCH in der Kindheit, der unsichtbar und für Betroffene folgenschwer ist

Das schlimmste Leid westlicher Menschen ist es, als Kinder nicht genug Liebe zu bekommen.  - John Steinbeck

 

Ein Psychologe schlägt Alarm

Der britische Psychologe David Hosier, selbst Opfer von emotionalem Missbrauch in der Kindheit, kritisiert heftig die Ignoranz von vielen (nicht allen) Ärzten und Therapeuten, wenn es um die Behandlung von psychischen Leiden geht.

Schon während seines Psychologie-Studiums in London litt er massiv an Angststörungen, Depressionen und Suizidgedanken.

Selbst bei seiner dritten stationären Behandlung wurde er von keinem seiner Therapeuten nach dem Verlauf seiner Kindheit gefragt.

Doch genau da sieht der Psychologe und Autor, der sich heute, 20 Jahre später, mit seinen Büchern aktiv um Aufklärung bemüht, die Ursache:

Unverheilte Kindheitstraumata durch emotionalen Missbrauch.

Damit  du dir selbst ein Bild machen kannst, ob du womöglich betroffen bist , findest du in diesem Artikel eine Auflistung von 16 Formen von emotionalem Missbrauch.

 
 
Emotionaler Missbrauch / Variante #1

1. Vernachlässigung

Eltern, die als Kind selbst emotional vernachlässigt wurden, neigen dazu ihre Kinder ebenfalls emotional zu vernachlässigen.

Man kann einem anderen Menschen nicht geben, was man selbst nicht hat.

Ein Kind, das wenig bis keine Zuwendung, Liebe, Respekt und Geborgenheit von seinen Fürsorgern bekommt, kann sich nicht gesund entwickeln.

Die amerikanische Psychologin Dr. Jonice Webb spricht von emotionaler Vernachlässigung, als eine der häufigsten und subtilsten Formen von emotionalem Missbrauch.

Emotionale Vernachlässigung ist am schwersten zu erkennen, weil man nicht sehen kann, was fehlt.  - Dr. Jonice Webb

 
 
Emotionaler Missbrauch / Variante #2

2. Bestrafung von Wutausbrüchen

Ein Kind, das zu extremen Wutausbrüchen neigt, ist ein innerlich tief verzweifeltes Kind, das sein ungestilltes Bedürfnis nach Liebe, Zuwendung und Mitgefühl zum Ausdruck bringt.

Eltern, die den Schmerz des Kindes durch emotionale Unnahbarkeit und Vernachlässigung selbst kreiert haben, verschlimmern die Pein durch Bestrafung oder Gleichgültigkeit.

 
 
Emotionaler Missbrauch / Variante #3

3. Rollenvorbilder diktieren

Eltern, die ihrem Kind sagen, sie wünschten es wäre wie Cousin A, Bruder B, Schwester C oder Kind D, verletzten das Kind.

Sie geben ihm zu verstehen, dass seine Person fehlerhaft und ungenügend ist.

Dem Kind wird so Bestätigung für sein einzigartiges Wesen vorenthalten, welches es lebensnotwendig braucht, um dein gesundes Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein entwickeln zu können.

 
 
Emotionaler Missbrauch / Variante #4

4. Geringschätzige Vergleiche

Eltern, die ihrem Kind geringschätzig sagen "Du bist wie dein Vater / deine Mutter / dein Onkel / deine Oma" erkennen die Einzigartigkeit des Kindes nicht an und werten es ab.

Mitunter beginnt das Kind, sich mit den negativen Eigenschaften seiner Familienmitglieder zu identifizieren und entwickelt daraus tiefe Minderwertigkeitsgefühle und Scham.

 
 
Emotionaler Missbrauch / Variante #5

5. Keinen Schutz bei Angst bieten

Säuglinge und Kleinkinder sind nicht in der Lage ihre Emotionen selbst zu regulieren.

Sie brauchen die körperliche Nähe und den Schutz ihrer Bindungsperson (idealerweise ihrer Mutter), um ein gesundes Nervensystem entwickeln zu können.

Finden Kleinkinder diesen Schutz in Stress-Situationen nicht, bleibt das Nervensystem unterentwickelt.

Allein im Kinderbett im Nebenzimmer abgestellt zu werden und keine unmittelbare Reaktion auf sein Weinen zu bekommen, IST für ein Baby eine Stress-Situation.

Mama nicht in Sichtweite zu haben und keinen Schutz in ihren Armen zu finden, prägt das Kleinkind negativ. (Siehe Artikel Negative Prägung).

Nachhaltig.

Als Erwachsene können solche Menschen später sehr schlecht mit Angst und Stress-Situationen umgehen und fühlen sich häufig von den eigenen Emotionen überwältigt.

 
 
Emotionaler Missbrauch / Variante #6

6. Gefühle diktieren

Einem Kind Vorgaben zu machen, wie es sich zu fühlen hat, in Form von:

•   "Hör auf zu weinen" (bei Trauer)
•   "Jetzt lache wieder" (bei Wut oder Verstimmung)
•   "Hab dich nicht so" (bei Hemmungen)

ist emotionaler Missbrauch.

Eltern, die ihrem Kind sagen, es soll wegen einer Sache nicht weinen oder sich nicht ärgern, signalisieren dem Kind, dass seine Gefühle falsch und unangemessen sind.

Das Kind wird fortan seine Gefühle unterdrücken und sich selbst nicht mehr verstehen.

Dadurch verliert das Kind die Verbindung zu seinen Gefühlen und damit die innere Orientierung im Leben.

Denn unsere Emotionen sind unser Lebenskompass.

 
 
Emotionaler Missbrauch / Variante #7

7. Trauer keinen Raum geben

Trauer erfüllt eine wichtige Funktion.

Sie dient der Verarbeitung von Verlust und Enttäuschung.

Emotional kompetente Eltern geben ihren Kindern Raum, Zeit und Mitgefühl, damit diese ihre Trauer durchleben und so den richtigen Umgang mit Trauer lernen können.

Wer Trauern gelernt hat, kommt in angemessener Zeit über jeden Verlust hinweg.

Anders verhält es sich bei Erwachsenen, die dazu erzogen wurden Trauer zu unterdrücken oder schlicht nicht wissen, wie man trauert.

Betroffene, die an "unerklärlicher Traurigkeit" leiden, tragen oft kumulierte und blockierte Trauer aus frühsten Kindheit in sich.

 
 
Emotionaler Missbrauch / Variante #8

8. Rollenumkehrung

Im Fall einer Rollenumkehrung benutzen emotional bedürftige Eltern ihre Kinder für ihre eigenen emotionalen Bedürfnisse.

Der Psychologe David Hosier erinnert sich, wie seine geschiedene, depressive Mutter ihm als Kind ihre Sorgen erzählte und ihm sagte, er sei ihr kleiner Psychologe.

Er war damals 11.

Durch Rollenumkehrung bleiben natürliche kindliche Bedürfnisse nach Liebe, Geborgenheit und Mitgefühl unerfüllt.

Das Kind ist für die Eltern da, statt umgekehrt.

Die Auswirkungen von Rollenumkehrung sind vielfältig.

Peter Pan Syndrom, der Junge, der nie erwachsen werden wollte (oder konnte), ist eines der Symptome. Unbewusst sucht er für den Rest seines Lebens nach seiner verlorenen Kindheit.

Beziehungshopping ein anderes.

Längst erwachsene Frauen und Männer, die als Kinder emotional vernachlässigt wurden, suchen vergeblich in ständig wechselnden Partner, die Elternliebe, die sie nie erfahren haben.

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Emotionaler Missbrauch / Variante #9

9. Ungerechtfertigte, übertriebene Bestrafungen

Ungerechtfertigte und übertriebene Bestrafung ist keine erzieherische Maßnahme, sondern emotionaler Missbrauch.

Eltern, die zu übertriebener Bestrafung neigen, sind Menschen, die ihre Kinder benutzen, um ihre eigene unverarbeitete Wut zu kanalisieren.

In Folge misshandeln Kinder, die hilflos dem Zorn ihrer Eltern ausgesetzt sind, nicht selten andere schwächere Kinder, jüngere Geschwister oder Tiere – ein sicheres Anzeichen von erlebtem Kindheitstrauma.

 
 
Emotionaler Missbrauch / Variante #10

10. Überforderung

Eltern, die selbst nicht mit dem Leben zurechtkommen, weil sie selbst als Kinder traumatisiert wurden, neigen dazu eigene Aufgaben ihren Kindern zu übertragen.

So wird dem ältesten Kind einer zu groß geratenen Familie oft die Sorge um die jüngeren Geschwister übertragen oder zu viele Aufgaben im Haushalt aufgebürdet.

Das raubt dem Kind die Erfahrung einer unbeschwerten Kindheit.

Ernste Menschen, die sich bereits in jungen Jahren alt fühlen und denen es an Lebensfreude fehlt, sind Kinder, die zu früh erwachsen sein mussten.

 
 
Emotionaler Missbrauch / Variante #11

11. Spott und Häme

Sich über die Intelligenz, das Aussehen, die Fähigkeiten, seinen Ausdrucksweise oder den Wert eines Kindes lustig zu machen, zerstört sein Selbstwertgefühl.

Spott und Häme richten mehr Schaden an als gemeinhin angenommen wird.

Selbst das begabteste Kind ist nicht in der Lage, sich in der Welt zu behaupten, wenn es sich innerlich lächerlich und wertlos fühlt.

 
 
Emotionaler Missbrauch / Variante #12

12. Keine sichere emotionale Bindung zum Kind aufbauen

Ein Kind braucht mindestens eine sichere Bindung zu einer Bezugsperson, um sich seelisch gesund entwickeln zu können.

Eine Person, die anwesend, zuverlässig, fürsorglich und einfühlsam ist.

Einem Kind Liebe, Zuwendung und Bestätigung vorzuenthalten (auch aus Unfähigkeit) ist emotionaler Missbrauch.

Denn dem Kind fehlt die Möglichkeit sich selbst als liebenswert und andere Menschen als vertrauenswürdig zu erfahren.

Zwischenmenschliche Beziehungen gestalten sich so für das erwachsene Kind schwierig.

Zu groß ist das Misstrauen in andere Menschen und zu groß sind die Zweifel, annehmbar und liebenswert zu sein.

Keine sichere Bindungsperson zu haben richtet in der Psyche eines Kindes Schäden an, die später oft nur durch viel Aufwand wieder geheilt werden können.

 
 
Emotionaler Missbrauch / Variante #13

13. Unrealistische Erwartungen

Wer sein Kind dazu treibt, seine eigenen unerfüllten Träume zu leben, begeht doppelten emotionalen Missbrauch.

Zum einen bürdet man dem Kind Erwartungen auf, die kein Mensch jemals erfüllen kann: Das Leben und die Träume eines anderen zu realisieren.

Egal wie sehr es sich bemüht, es wird immer versagen.

Zum anderen bekommt das Kind keine Unterstützung darin, seinen eigenen Weg finden und gehen zu können.

Solche emotional missbrauchten Kinder landen oft in gänzlich unpassenden Berufen.

Sie wundern sich ihr Leben lang, warum sie nicht glücklich sind und warum sie eine "unsichtbare Last" (die Last des Versagers) mit sich herumtragen.

 
 
Emotionaler Missbrauch / Variante #14

14. Liebe vorenthalten oder an Bedingungen knüpfen

Es gibt Menschen, die nie selbst geliebt wurden und daher nicht lieben können.

Auch diese Menschen werden zu Eltern.

Aufgrund ihrer eigenen unverheilten Traumatisierung als Kind, können sie nicht anders als ihre Kinder genauso lieblos zu behandeln, wie sie einst lieblos behandelt worden sind.

Die Affenexperimente von Harry Harlow demonstrieren dieses Verhalten auf erschütternde Weise.

Affenbabys, die ohne Mutterliebe groß geworden sind, zeigten allesamt psychische Störungen und konnten später ihren eigenen Babys keine Liebe geben.

 
 
Emotionaler Missbrauch / Variante #15

15. Trennung oder Scheidung

Scheidungen erleben Kinder als traumatisch.

Der Verlust eines Elternteils durch Trennung oder Scheidung kann bei einem Kind starke Ängste des Verlassenwerdens hervorrufen.

Unbehandelt haben solche Kinder als Erwachsene oft unbewusst Beziehungsängste und fürchten ständig (erneut) verlassen zu werden.

Emotionaler Missbrauch kommt hinzu, wenn die Eltern ihre Kinder in die Scheidungsschlacht hineinziehen.

Zum Beispiel wenn das Kind den Partner ausspionieren soll oder es als seelischer Abfalleimer benutzt wird und sich anhören muss, wie furchtbar der jeweils andere Partner ist.

 
 
Emotionaler Missbrauch / Variante #16

16. Materielle Überversorgung

Viele emotional vernachlässigte Kinder werden von ihren Eltern materiell überversorgt.

Der Antrieb ist meist ein schlechtes Gewissen seitens der Eltern. Sie wissen unterbewusst, dass sie sich nicht ausreichend um ihr Kind kümmern.

Dahinter steckt keine böse Absicht (wie in allen anderen Fällen des Missbrauchs). Auch diese Eltern wurden als Kinder selbst emotional verletzt und negativ geprägt, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Sie operieren auf dysfunktionalen Denkprogrammen, welche ein Leben in Mangel – in dem Fall Mangel an Zeit – kreieren.
 
Trotzdem findet auch hier emotionaler Missbrauch in mehrfacher Hinsicht statt.
 
1.)  Dem Kind wird vorenthalten, was es wirklich braucht - nämlich Liebe und Zuwendung (= Emotionale Vernachlässigung)
 
2. ) Statt dessen bekommt es etwas, das es nicht braucht - mit der Erwartung sich dankbar und glücklich zu zeigen (= Diktat der Gefühle)
 
3.) Da das Kind sich nicht freuen kann, aber noch nicht in der Lage ist, die Situationen zu durchschauen, entsteht bei dem Kind das Gefühl, schlecht und undankbar zu sein (= Aufbürdung von Schuldgefühlen)

 

Fazit

Was in den Augen der Eltern oft eine Lappalie, ein Spaß oder eine notwendige erzieherischen Maßnahme ist, ist für ein Kind ein belastendes Erlebnis, mit weitreichenden Konsequenzen.

Wiederholt emotionalen Missbrauch und emotionale Vernachlässigung zu erleben, ist für ein Kind traumatisch.

Es entwickelt Schutzmechanismen, um diese Situationen überstehen zu können.

Zu den Schutzmechanismen gehören unter anderem Verdrängung, Abspaltung von Wesenszügen oder Fragmentierung der Persönlichkeit.

Diese, von der Natur gegeben Bewältigungsstrategien, welche das Weiterleben und Funktionieren als Kind ermöglichen, verursachen psychische Leiden im Erwachsenenalter.

Die gute Nachricht ist, Kindheitstrauma ist heilbar - und damit alle Folgeerkrankungen, die damit einhergehen.

Deine

Kris

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44 Gedanken zu „16 Formen von EMOTIONALEM MISSBRAUCH in der Kindheit, der unsichtbar und für Betroffene folgenschwer ist

  1. Ich habe leider auch viel Missbrauch erfahren müssen. Meine Eltern haben sich getrennt als ich 3 Jahre alt war und einen erbitterten Scheidungskrieg geführt. In diesem Scheidungskrieg musste ich dienen und wurde regelmäßig ausgehorcht.

    Heute unterhalte ich mich nur noch mit wenigen, auserwählten Leuten. Habe auch lange Zeit gar nicht mehr geredet, weil das in meiner Kindheit oft schwere Konsequenzen für mich hatte wenn ich etwas erzählt habe. Habe meinen Vater selten gesehen als Kind. Als ich mich jedoch einmal mit ihm unterhalten konnte, weil ich ihn besuchen durfte, erzählte er mir was er arbeitet. Das habe ich dann leider meiner Mutter erzählt woraufhin dann sein Konto gepfändet werden konnte. Somit war ich dann das Verräterschwein obwohl ich eigentlich nur glücklich war das ich mit meinem Papa sprechen durfte.

    Hinzu kam das ich aufgrund meines Geschlechts verurteilt wurde da ich männlich bin. Da mir immer wieder von meiner Mutter und meinen Schwestern erzählt wurde das ich aufgrund meines Geschlechts wertlos und dumm bin, habe ich auch meine Schule nicht geschafft. Ich war zu hibbelig und die Lehrer bezeugten das ich zu unintelligent für die normale Schule sei. Also schickte man mich auf die Sonderschule.

    Heute bin ich 33, Single und kinderlos. Die gute Nachricht ist, dass ich ohne psychologische Hilfe schon einiges von meinen Störungen in den Griff bekommen habe.

    1. Hallo lieber SelbsthilfeHeld,

      vielen Dank für deinen Betrag.

      Die wichtigste Erkenntnis für den Heilungsweg ist zu verstehen, wo seelischen Probleme ihren Ursprung haben und dass mit einem selbst eigentlich alles in Ordnung ist.

      Es sind die frühkindlichen Erfahrungen, an die man sich in vielen Fällen gar nicht mehr erinnert, die einen prägen.

      Man gewöhnt sich bestimmte Denk- und Verhaltensmuster an, die als Kind meist super nützlich waren. Wie in deinem Fall: Am besten überhaupt nicht mehr den Mund auf machen. Das war damals eine sehr kluge Entscheidung.

      Leider sind solche, aus der Not geborenen, Denk- und Verhaltensmuster fast immer dysfunktional und führen dazu, dass man später darunter leidet.

      Jetzt weißt du, wo es Hand oder genauer Gedanken anzulegen gilt, und die Genesung ist dir sicher.

      Alles Gute auf deinem Weg,
      LG, Kris

  2. Das ist sehr gut beschrieben. Meine Mutter macht mich auch lächerlich, lügt, redet schlecht über andere und nur ihre Meinung ist die Richtige.
    Leider wurde mir das niemand glauben. Sie hat überall Lügen über mich verbreitet. Ich bin das Problem und nicht Sie. Ich bin der Undankbare und sie das Opfer. Sie sagt das auch Leuten, die sie gar nicht kennt.
    Meine Freundin durchschaut dieses Spiel leider auch nicht. Sie glaubt, dass ich alles falsch verstehe oder übertreibe. Das ist aber nicht so. Meine Mutter kann gut reden und manipulieren und das sehen viele Leute nicht. Ich bin der Boese und nicht sie. Schlimm.

    1. Hallo lieber Fuchs,

      Danke, dass du deine Geschichte mit anderen teilst. Den ersten und wichtigsten Schritt hast du gemacht, du hast erkannt, was das Problem ist.

      Nun gilt es den zweiten Schritt zu machen und die Wahrheit deiner Mutter nicht länger als deine eigene Wahrheit zu akzeptieren. Dazu brauchst du nicht mit ihr streiten. Wichtig ist, für dich selbst zu erkennen, was für dich wahr und richtig ist – und was nicht.

      Dabei ist deine Mutter sogar indirekt hilfreich. Weil sie dir vor Augen führt, wer oder was du nicht bist. Was für ein Verhalten dir nicht gefällt.

      Treffe deine Entscheidung und sei, wer du sein willst.

      Andere Menschen kann man nicht verändern. Aber man kann sich selbst verändern.

      LG, Kris

  3. Danke für diesen Artikel der hat mir so die Augen geöffnet. Nun habe ich die Erklärung dafür was bei mir schief gelaufen ist und warum ich in einer Beziehung gelandet bin in der ich seit Beginn meiner Berufstätigkeit misshandelt wurde und es anfangs als normal angesehen habe obwohl es sich so schrecklich angefühlt hat.
    Ich habe die Muster aus der Kindheit mit in meine Ehe genommen.

    Weil meine Eltern nicht wollten, dass ich wegen meiner künstlerischen und intellektuellen Begabung eingebildet werde, haben sie mir z.b. gesagt, dass mein Onkel und meine Tanten nur aus Nachsicht mit mir reden, denn mit so was will man sich nicht unterhalten. Als Folge davon habe ich nur noch aus der Ferne zugeguckt wenn andere Kinder gespielt haben und war bis ins Erwachsenenalter froh und glücklich, wenn jemand mal ein paar Worte mit mir gewechselt hat. Dann bin ich auch immer an die falschen Freunde geraten. Nach dem Motto die schlechteste Beziehung ist fuer mich gerade gut genug.

    Gewalt die mir als Kind in der Schule widerfahren ist (beinah Verlust des Augenlichts und eine Knieverletzung wegen der ich zwei Wochen nicht laufen könnte) wurde mit der Arroganz wegen meiner guten Noten begründet. Die Gewalt, die mir mein Partner wegen meines ersten Jobs angetan hat wurde damit begründet, dass ich egoistisch bin, weil ich arbeite und ihn vernachlässige und mich lächerlich mache mit meinem Arbeitsseifer. Davon hat er sogar meine beste Freundin überzeugt die mir sagte, ich sollte nicht länger als 16 Uhr arbeiten und nicht vor 10 UHr anfangen und wenn ich nicht die Zeit schaffe, die im Arbeitsvertrag steht, macht das nichts, ich müsste eh erst drei Abmahnungen kriegen (!). Waere ich als Kind nicht immer wieder angebrüllt und als “schrecklich lächerlich” und als “Klugscheisser” bezeichnet worden, hätten mein Partner und meine Freundin nicht so mit mir umgehen können.

    Auch hat mein Partner mich glauben lassen, ich sein so schrecklich, dass alle meine Freunde dahinter stehen, wenn ich Ohrfeigen kassiere oder im achten Monat schwanger eine Gehirnerschütterung verpasst kriege.

    Ein anderer Aspekt ist Missbrauch der als Fürsorge getarnt ist und das ganze Leben ungemein beeinträchtigt und man nimmt es hin, weil es angeblich gut gemeint ist.
    Seit drei Jahren war ich auf keinem Weihnachtsmarkt mehr, weil mein Partner mir eingeredet hat, ich sei nicht gesund genug dafür und ich habe es geglaubt und dabei die Weihmachtsmarktbesuche mit meinen Freundinnen unglaublich vermisst. Ich sollte nicht mehr auf ein Fest gehen, auf das ich mich jeden Sommer gefreut habe, da mein Partner nicht wollte das ich einen Hitzekollaps kriege. Also bin ich furchtbar traurig zu Hause geblieben und habbe mir eingeredet, es sei zu meinem Besten.

    Nicht mal meine geliebten Fahrradtouren haben ich mehr gemacht, weil mein Partner meinte, es belastet zu sehr meinen Körper und meine Mutter früher immer gesagt hat, sie möchte nicht dass ich mit dem Fahrrad fahre, da ich einen Unfall oder eine Panne haben könnte und sowieso nicht Fahrrad fahren kann. Folge: seit drei Jahren keine Fahrradtouren mehr, die ich sehr geliebt habe. Dazu kamen Rückenleiden als Folge von Bewegungsmangel und nicht zu vergessen die Gewichtszunahme. Alles zu meinem Besten.

    Wenn nicht früher meine Mutter aus lauter Angst um mich, mich nicht darum gebeten hätte, bestimmte Aktivitäten wie Autofahren, Kinobesuche, Tanzveranstaltungen, Urlaube etc. sausen zu lassen, damit sie keine Angst um mich haben muss, hätte mein Partner mich nie so einschränken können. Auch meine Spaziergänge waren tabu was, dazu führte dass ich richtig krank geworden bin.

    Vergesst nicht den Satz “Es war nur zu deinem Besten, dass wir dein Leben so eingeschränkt haben, indem wir dir von Spekulanten erzählt haben, die unsere Familie bedrohen und die Freundinnen als Spione auf dich ansetzen, wegen denen du leider weder eine Berufsausbildung noch einen Nebenjob machen kannst und die die Lehrer bezahlen, damit sie dir ein eigenständiges Leben unschmackhaft machen.”

    Meine Mutter hat mir bis ins Referendariat eingeredet dass meine Ausbilder böse sind und unseriös weshalb ich auch hingenommen habe, dass mein Mann mit jeden Tag vorgeworfen hat, dass meine Firma, für dien ich eigentlich gerne gearbeitet habe (ja, ich hatte Spaß an meinem Job als Juristin in einer Firma) total unseriös ist und ich einen niedrigeren Stellenwert als eine Hure habe.

    So wurde ein gut bezahlter Job zur Quelle für Schuld und Scham.

    Als ich ein Bewerbungsgespräch in einer Versicherung hatte, gab es so einen Krach, dass ich aus der Wohnung fliehen musste. Später erzählte mir mein Mann, er hätte verhindern wollen, dass ich da hingehe, weil mal jemand während eines Bewerbungsgeprächs vergewaltigt worden wäre. Meine Mutter war auf der Seite meines Mannes, weil sie nicht wollte, dass ich 50km zur Arbeit fahren muss und man mich doch vor einem Dasein als Berufspendlerin schützen wollte. Genauso wie vor eigenen Mandaten, die ich auch nicht annehmen durfte – natürlich nur zu meinem Schutz!

    Die Grausamkeit der wirtschaftlichen Gewalt unter dem Deckmantel der Fürsorge.

    Vergesst nicht dass ich immer wieder arbeitsunfähig erkrankt bin wie jetzt erneut. Tinnitus, Mandelentzünding, Bauchkrämpfe, für die keine organische Ursache gefunden wurden, genauso wie meine Angstzustände.

    Als Kind wurde ich oft plötzlich ohne Vorwarnung von meinem Vater angebrüllt wenn ich angeblich zu wenig im Haushalt gemacht habe, was dazu führte, dass ich es hingenommen habe, dass mein Mann mich nach einem anstrengenden Arbeitstag zusammenscheisst, wenn ihm danach ist, weil der Haushalt nicht gemacht ist.

    Ich habe regelmäßig Bauchweh bekommen, wenn es auf den Feierabend zuging und die Parkplatzsuche oft etwas rausgezögert, um nicht in die Wohnung zu müssen, die als Single für mich der sicherste ist der Welt war.

    In einer Partnerschaft glaubte ich gibt es keinen sicheren Ort mehr, wenn man sich nicht entsprechend verhält.

    Wenn mein Vater mich verbal misshandelt hat, ist meine Mutter nie dazwischengegangen. Sie hat sich Kopfhörer aufgesetzt, um mich nicht weinen zu hören und gemeint, ich dürfte das nicht so schwer nehmen und müsste Verständnis haben für den Frust meines Vaters haben. Wenn ich Angst habe, bin ich albern und lächerlich.

    Um der psychischen Gewalt meines Mannes zu entkommen und um meinen Sohn zu schützen, bin ich zu ihr gezogen und auch jetzt macht sie das mit den Kopfhörer und lässt meinen Mann immer wieder in die Wohnung, weil sie will, dass wir uns vertragen, obwohl er mich immer wieder bis aufs Blut gedemütigt hat. Ich kann nur noch mit Beruhigunhsmitteln schlafen und bin krank geschrieben bin.

    Als ich geweint habe kam nur “jetzt heulst du schon wieder, das ist doch albern und lächerlich”, so wie als Kind auch.

    Eine Tante hatte den Verdacht, dass meine Mutter nicht will, dass ich arbeitsfähig werde damit ich mich nicht finanziell unabhängig mache… wahrscheinlich hat sie recht.

    Das Leben in dauernde Anspannung und Angst hat neben unzähligen seelischen Leiden, einem Leben in Isolation, Unsicherheit, die im Verlust des Jobs gemündet ist, hat auch zu handfesten körperlichen Leiden geführt: Wie Bauchschmerzen, Brechdurchfall, Mandelentzünding, taube Fingerkuppen, Tinnitus, Lendenwirbelsyndrom, Nervenzusammenbrüchen und zwei Burnouts. Dazu kam extreme Schwangerschaftsübelkeit, wegeb der mir die Speiseröhre gerissen ist und eine lebensbedrohliche Schwangerschaftsvergiftung…

    1. Hallo liebe Missbrauchsüberlebende,

      vielen Dank für deinen Beitrag. Deine bewegende Geschichte ist wieder ein Beispiel, wie schwerwiegend und nachhaltig emotionaler Missbrauch für Betroffene ist.

      So leidvoll deine Lebensgeschichte bis heute war, du hast die Fähigkeit, dich zu heilen. Den ersten Schritt auf deinem Heilungsweg hast du bereits gemacht:
      Du hast erkannt, wo die Ursachen für dein Leid, deine körperlichen und seelischen Symptome sowie deine sich wiederholendem Problem liegen.

      Glaube an dich. Alles, was du brauchst, um die Wandel einzuleiten, steckt in dir.

      Gehe den Weg nun tapfer weiter und dein Leben wird sich komplett verändern.

      Vielleicht magst du die SelbsthilfeHelden-Tipps abonnieren und in unsere stetig wachsende Helden-Familie kommen.

      LG, Kris

  4. Ich möchte noch eine weitere Form des emotionalen Missbrauchs vorschlagen:
    Das Verstärken der kindlichen Ängste.

    Bei mir war das so: Meine Mutter war einerseits unzuverlässig und hatte selber unverarbeitete Traumata und Ängste. Ich war ihre Psychologin, seit ich etwa fünf war. (Also Rollenumkehr)
    Um mich daran zu hindern, selbstständig und von ihr unabhängig zu werden, bestätigte sie mir meine normalen kindlichen Ägste und Unsicherheiten, statt mich zu ermutigen.
    Das führte dazu, dass ich z. B. nicht in der Lage war, an Schulausflügen teilzunehmen.
    Ich konnte auch nicht im eigenen Bett schlafen.
    Durch übertriebene Aufmerksamkeit mir gegenüber entwickelte ich extreme Hemmungen. Alles wurde von ihr “psychologisch” kommentiert. Oder sie wiederholte den anwesenden Personen, z. B. Nachbarinnen, was ich gerade gesagt hatte.
    So zog ich mich immer mehr zurück, nämlich zu ihr hin.
    Das Ergebnis: Identitätsprobleme, keine Pubertät.
    Inzwischen bin ich in reifem Alter, hat mich viel Arbeit gekostet.

      1. Hallo Kris

        Ich bin mit meiner Mutter und Grossmutter aufgewachsen. (Also Mutter der Mutter.)
        So, wie ich das heute sehe, hatten beide ein Kriegstrauma und darum übertriebene Verlustängste. Bei meiner Mutter war es schlimmer. Sie suchte Geborgenheit bei ihrer Tochter, also bei mir.

        Heute sehe ich diese Tendenz aber öfter, vor allem bei gebildeten Eltern. Es gibt heute mehr Alleinerziehende und auch mehr Einzelkinder. Mir scheint, das begünstigt so ein Verhalten der Mutter (oder auch beider Eltern).

        Viele Grüsse Anna

        1. Vielen Dank, Anna, für die wertvollen Einblicke und Beobachtungen.

          Kriegstrauma ist auch ein sehr gutes Stichwort! Kriegstrauma ist ebenfalls ein Trauma, welches, wenn es unverheilt bleibt, über Generationen weitergeben wird.

          Solange bis ein Kriegskind oder Kriegsenkel sich dazu entschließt sich zu heilen (… was zum Glück nicht so schwierig ist 🙂 ) und die eigenen Neurosen nicht länger zu übertragen.

          LG, Kris

  5. Zum Glück bin ich mit fast 57 Jahren einigermaßen darüber hinweggekommen und habe Frieden mit meiner Mutter geschlossen – so ca. mit 35.

    Allerdings verfolgen mich manche Sachen noch heute.

    1. Ja, Verzeihen ist ein Thema. Heilen ein anderes. Genau diesen beiden Themen will man sich auf seinem SelbsthilfeHelden-Weg annehmen: Heilung (=Selbstliebe) und Vergebung.
      Danke fürs Vorbeischauen 🙂 und alles Gute!
      LG, Kris

  6. Hallo zusammen,

    Ich bin als körperlich “behindert” und “verkrüppelt” geboren. Dies würden zumindest meine Eltern sagen, da ich mit zu kurzen Achillessehnen geboren wurde. Mein Vater hat mich seelisch jeden Tag gequält, meine Mutter war ihm gegenüber immer sehr unterwürfig, und hat jeden kleinsten Fehltritt stets an ihn “gemeldet”, worauf das schwere “Verbrechen” (wie zum Beispiel: hat ihr Pausenbrot nicht gegessen, oder hat auf dem Nachhauseweg getrödelt, oder hat beim Essen die Gabel an den Zähnen abgezogen) an jedem Abend wie folgt geahndet wurde: ich mußte strammstehen, wenn ich dabei zu Boden gesehen habe, hieß es: sieh mich an, wenn ich mit Dir rede! Wenn ich das dann gemacht habe, hieß es: Zieh gefälligst nicht so eine Fresse! Wenn ich dann geweint habe, hieß es: Gott, fängt die doch an zu heulen! Putz Dir den Rotz ab, weißt Du eigentlich, wie häßlich Du bist? Du bist faul wie Dreck, doof, wie Schifferscheiße, und wenn Du wenigstens hübsch wärst, dann bräuchte ich mir keine Sorgen zu machen, dass Du mir später auf der Tasche liegst!
    Diese Verhöre fanden jeden Abend statt.
    Als ich 16 war, hat er mir verboten, ihm ein Küßchen zu geben, denn “du meinst es ja sowieso nicht ehrlich!
    Als ich 18 war, hat er mich im strömenden Regen ausgesperrt, weil ich den frisch gemähten Rasen (Ca. 1.000 qm) nicht mit der Hand aufkehren wollte.
    Als ich 20 war, hat er mir vorgeworfen, ich wäre schuld am Scheitern seiner Ehe.
    Ansonsten hat er mich auch jahrelang immer wieder als Kuckuck bezeichnet.
    Mein Vater war Alkoholabhängig, und hat meine Mutter gezwungen, mit ihm zu saufen. Das Abendessen fand in getrennten Räumen statt, meine Eltern haben im Wohnzimmer gegessen wo meine Mutter meinen Vater bedient hat, wir Kinder haben in der Küche gegessen.
    Meine Mutter war auch oft sehr eifersüchtig auf mich, daher hatte ich ein doppeltes Problem. Geholfen hat sie mir nie. Versprechen hat sie nie gehalten. Nachdem mich mein Vater von zu Hause rausgeworfen hatte (mit 20) hat sie mich niemals besucht, nicht einmal zu meinen Geburtstagen. Sie hat es zwar immer versprochen, wurde aber immer in letzter Sekunde so krank, dass sie nicht mehr das Haus verlassen konnte. Das gleiche gilt für meinen Vater. Trotz allem habe ich immer versucht, meinen Eltern alles recht zu machen. Und auch bei anderen Menschen. Was aber dazu geführt hat, dass ich auch bei anderen das Opfer war. Dennoch bin ich niemals drogensüchtig oder Alkoholabhängige geworden, was mich eigentlich wundert.
    Mein Bruder dagegen hätte niemals diese Probleme.
    Wohl gemerkt, ich bin weder faul noch häßlich, blöd bin ich auch nicht, denn ich habe studiert ( allerdings ohne je von meinen Eltern finanziell unterstützt zu werden.) im Gegenteil: mein Vater hat tatsächlich meinen Mann gefragt, ob ich das Studium überhaupt schaffen kann.
    Ich hatte schwere Depressionen, und musste eine Therapie machen. Anschließend habe ich mich (vor 20 Jahren ) von meiner gesamten Familie getrennt. Danach ging es mir besser. Heute mit 55 Jahren leide ich immer noch darunter, aber ich kann damit umgehen. “Du machst mich nicht kaputt” ist jetzt mein Lebensmotto!
    Ich bin Seit 34 Jahren verheiratet, mein Mann ist ein guter Mensch, und das vollständige Gegenteil meines Vaters. Er hat mir wieder Selbstwertgefühl gegeben. Das hat aber mindestens 10 Jahre gedauert. Seit Ca. 20 Jahren ist mein Leben sehr glücklich, ich bin auch kein Opfer mehr, weil ich es nicht mehr ausstrahle.

    1. Hallo liebe Heidi,

      vielen Dank, dass du deine Helden-Geschichte mit anderen teilst.

      Ja, zurück zu gesund und munter ist immer möglich! 🙂

      LG, Kris

  7. Hallo

    Mein Kind wurde von meinem damaligem Mann, nicht der Vater, psychisch misshandelt und ich habe es nicht gemerkt. Auch die Art wie er sich mir mitgeteilt hat habe ich nicht als als Missbrauch erkannt.
    Meine Frage ist warum? Warum habe ich das nicht sehen können?
    Diese Frage stelle ich mir die ganze Zeit. Ich habe zwar für mich eine Antwort aber die ist ja eingefärbt durch mich selbst.
    Gibt es eine Erklärung ?

    1. Hallo liebe Luise,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Der Umstand, dass du es nicht gemerkt hast, hat mit deiner eigenen Kindheit zu tun. Schau mal, ob der Artikel Mythos normale Kindheit ein inneres Echo bei dir hervorruft.
      Möglicherweise wurdest du selbst ähnlich behandelt und es schien dir daher normal.
      Auf keinen Fall solltest du dir Vorwürfe machen.
      Arbeite daran, dir und allen Beteiligten zu verzeihen.
      Aus einer höheren Perspektive wählt jede Seele ihre Familie und ihre Lernerfahrung im Leben aus. Deine Lernerfahrung könnte lauten: Vergeben und Loslassen.
      Liebe Grüße, Kris

      1. Liebe Kris,

        Dein Satz “Aus einer höheren Perspektive wählt jede Seele ihre Familie und ihre Lernerfahrung im Leben aus” stößt mir ehrlich gesagt äußerst sauer auf. Ich kenne das aus der Esoterik, wenn Betroffenen ähnliche DInge gesagt werden.

        Im Endeffekt rechtfertigst Du damit jede Form von Missbrauch und Misshandlung, denn die Seele hätte es sich zuvor ja selbst so ausgesucht. Das ist quasi die Kehrseite der Medaille. Betroffnen werden damit a) für ihr Leiden selbst verantwortlich gemacht und b) damit auch noch alleingelassen. Es gibt leider immer wieder Fälle, die an dieser “Erkenntnis” zerbrechen; das geht bis hin zum Suizid.

        Davon abgesehen: Was soll diese “höhere Perspektive” denn eigentlich sein? Spielst Du damit auf die Reinkarnation an? Auf die in der Esoterik gern postulierte konstante Höherentwicklung der Menschen? Die Antroposophie? Oder ist das nur ein unbestimmter nebelhafter philosophischer Ausdruck? Also nicht konkret? Oder doch?

        Würde mich über eine Antwort sehr freuen.

        VG

        1. Hi Christian,

          lieben Dank für deinen Kommentar.

          Ja, mit höherer Perspektive meine ich die Perspektive unserer unsterblichen Seele. Ich hatte selbst mal ein Out-of-Body Erlebnis und erinnere mich an frühere Leben.

          Insofern finde ich diesen Blickwinkel hin und wieder ganz wohltuend. Insbesondere den Blick auf das Leben, in dem mein Papa mein kleiner Bruder war. 🙂

          Bei SelbsthilfeHelden geht es um Folgendes:

          a) Menschen von den Spätfolgen von Missbrauch und Misshandlung zu helfen
          b) Missbrauch und Misshandlung vorzubeugen – durch die Heilung von Betroffenen, die andernfalls unfreiwillig zu Tätern werden.

          Eine große Hürde auf dem Selbstheilungsweg ist der Groll und die Wut, die man in sich trägt, über das, was einem widerfahren ist.

          Ein Ansatz, den man wählen kann, um sich aus diesen negativen Emotionen zu befreien, ist, sich in die höhere Perspektive zu begeben und sich bewusst zu machen, dass man selbst auch Leben hatte, in den man anderen Leid zugefügt hat.

          Richtig, wenn man nichts von Reinkarnation hält und wenn dieser gedankliche Ansatz einen sauer macht, ist er nicht als Selbsthilfe-Technik geeignet. 🙂

          LG, Kris

  8. Ein viel zu unbeachtetes Thema vor allem weil emotionaler Missbrauch unsichtbar ist und ganz schwer greifbar ist.

    Ich habe meine Missbrauchserfahrung erst durch die Weitergabe an meine Kinder erfahren, das Kind ist also schon mal in den Brunnen gefallen. Ich hoffe es gibt noch eine Moeglichkeit dies irgendwie wieder auszuloten.

    Meine Mutter ist Kriegskind, ihre Mutter war auch schon Kriegskind und ist im 2. Weltkrieg Kriegsmutter geworden.
    Fuer mich ist die Kombination aus Traumatisierten Eltern zusammen mit dem stillen Weiterleben der diktatorischen Erziehungsmethoden eine wahre Zeitbombe.

    1. Hallo liebe Amelie,

      vielen Dank für deinen Beitrag.

      Jeder der aufwacht, ist eine Zeitbombe weniger und weckt andere auf.

      Allein der Umstand, dass du für dich die Zusammenhänge erkannt hast, lotet bereits jede Menge aus. Deine Kinder spüren das auch.

      Selbst heilen und vergeben, ebnet den Weg für die nachfolgenden Generationen in eine liebevollere Zukunft.

      LG, Kris

  9. Hallo Kris,

    danke für Deinen informativen Artikel!
    Meine Familie (original) ist dysfunktional. Ich glaube meine Mutter, mein ältester Bruder und meine älteste Schwerster haben eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Sie sind sehr katholisch, fast Fanatiker… Heuchler. Und meine jüngste Schwester, ihre Töchter und ich sind die Sündenböcke… Ich bin schon 52 Jahre alt und lebe weit weg von ihnen, aber habe noch immer Kontakt… Der mehrmals von mir abgebrochen wurde, weil immer komische Sachen zwischen uns passieren und ich immer der Sündenbock war… Es gibt ständig Konflikte, da ich immer versuche klar zu machen, dass das, was abläuft nicht normal ist… Es sieht so aus als ob nur die Sündenbocke sehen, was wirklich abläuft und die Manipulatoren drehen alles um…und dann sind wir wieder schuldig! Ich glaube es gibt für die Sündenbock nur zwei Wege: denken wie sie oder einfach Abstand für immer nehmen, denn es sieht so aus als ob diese kranke Beziehung immer sein wird! Vor zwei Woche gab es einen Konflikt zwischen uns, wo meine älteste Schwester angefangen hat, Unterstützung von den anderen Familie Mitgliedern bekam, die Situation umdrehte und ich wieder zum Sündenbock gemacht wurde. Ich möchte jetzt definitiv Abstand nehmen. Ich habe einige Therapien gemacht, aber damals habe ich mich nicht darauf konzentriert, nur auf meine Depression. Ich wusste noch nicht, dass unsere Familie dysfunktional ist. Ich habe eine Tochter und wir haben uns früher sehr gut verstanden… Für einige Jahre nicht mehr und sie versuchen meine Tochter gegen mich zu manipulieren und ich habe Angst! Ich habe auch Angst, dass meine Tochter und/oder ich auch wie sie machen!

    Was soll ich denn machen? Kann ich mit 52 noch was ändern? Und wenn, wie?

    Danke Dir!

    Johnny

    1. Hallo Johnny,

      vielen Dank für deinen Beitrag.

      Ja, nur Mut, du kannst ganz viel tun! Auch mit 52. Es ist nie zu spät sich selbst zu verändern und inneren Frieden zu finden.

      Wie?

      1. Erkenne
      2. Heile
      3. Verzeihe

      Erkenne, was die Ursachen sind für die seelischen Leiden sind: Defekte Denkprogramme, mangelnde Selbstliebe, Selbstzweifel, angstbasiertes Denken

      Heile dich selbst – befreie dich von dysfunktionalen Glaubenssätzen und Gedanken, die dir erzählen, nicht gut genug zu sein. Lerne anderen Menschen nicht länger die Macht über deine Gefühle zu geben.

      Es nicht wichtig, was andere über dich denken. Es ist wichtig, was du über dich denkst.

      Verzeihe. Verzeihe den anderen, verzeihe dir selbst und lasse alten Ballast los. Lebe im Hier & Jetzt und stelle sicher, dass du nur noch Gedanken in deinen Kopf lässt, die sich gut anfühlen.

      Mache einen Schritt nach dem anderen und dein Lebensgefühl verbessert sich gravierend!

      LG, Kris

  10. Hallo Kris, auf dieser Seite finde ich mich an vielen Stellen wieder.

    Ich bin 56 Jahre alt und ziemlich sicher negativ geprägt worden. Ich verbrachte viel Zeit bei Pflegefamilien und mein Vater war emotional unnahbar, die Mutter psych. krank und oft in einer Klinik. Mit meinem Vater und meiner Stiefmutter verbrachte ich dann 6 Jahre als Familie, die man als dysfunktional bezeichnen könnte.
    Meine späteren Beziehungen waren geprägt durch meine Probleme und 2 von 3 sind gescheitert.
    Leider hatten auch meine Kinder aus 1. Ehe direkt unter meiner Prägung zu leiden. Trotz meiner Therapie in ihren Vorschuljahren, habe ich gravierende Fehler gemacht. Vor allem in der Zeit, als ich Alleinerziehende war. Ich habe zwar viel für mich gelernt, aber nicht viel für den Umgang mit meinen Kindern.
    Mit meinem heutiger Mann, der aus einer Grossfamilie stammt, lerne ich fortwährend wie eine gesunde Familie funktioniert. Was er seinen 4 Kindern für Werte vermittelt und wie sie miteinander umgehen.
    Leider habe ich, ein Jahr nachdem ich meinen Mann kennen gelernt habe, meine Tochter im Alter von 18J. an einen Knochenkrebs verloren. Und meinen Sohn, knapp 3 Jahre jünger, mit ihr. Nach dem Tod seiner Schwester zog er sich sehr zurück und es folgte 4 Jahre später ein Suizidversuch. Endlich hat er da fremde Hilfe angenommen, wozu ich vorher schon so oft geraten hatte. Wir sind uns nie mehr wirklich wieder näher gekommen, und er hat den Kontakt still und leise abgebrochen. Er sagte vor Jahren mal, er fühle sich mit uns einfach nicht wohl. Zum Rest seiner Familie hat er schon viel früher den Kontakt gemieden.

    Mittlerweile habe ich akzeptiert, dass er mit mir keine Zeit mehr verbringen will, und habe durch diese Webseite viele Erkenntnisse und (erschreckende) Antworten gefunden. Doch das Fehlen einer normalen Beziehung zu meinem Sohn bedauere zu tiefst.
    Auf fb bin ich in einer Gruppe verstossener Mütter und viele kennen die Gründe nicht. Ihr Leid ist unaufhörlich, denn sie lieben alle ihre Kinder. Ich hoffe, dass mit dieser Webseite und Ihrer Arbeit zukünftiges Leid öfters verhindern, und sich die Zahl der betroffenen Kinder vermindern lässt.

    1. Hallo liebe Anita,

      herzlichen Dank, dass du deine Geschichte und deine Gedanken mit anderen teilst.

      Es ist so wertvoll für alle Betroffener zu erfahren, dass sie mit ihrer Situation nicht alleine sind.

      Dir und allen Eltern, die in einer ähnlichen Situation sind und ihr Leid beenden wollen, empfehle ich folgendes Vorgehen:


      1.) Verzeihe dir selbst

      Man hat sich selbst verloren, bevor man sein Kind verliert. Andernfalls kann man sein Kind nicht verlieren.

      Der Verlust seines Wahren Ichs geht auf negative Prägung in der Kindheit zurück. Dich trifft keine Schuld.

      Deshalb, verzeihe dir selbst.

      Ja, für ALLES.

      Für alles, was du getan oder unterlassen hast und von dem du heute denkst, du hättest es anders machen sollen.

      Sei versichert, wenn du es anders hättest machen können, hättest du es getan.

      Du musst dir selbst verzeihen.

      Komplett.

      Zu 100%.

      Mache dir ab sofort keine Vorwürfe mehr.

      Denn die Hälfte des Leides über den Verlust eines Kindes geht auf Schuld-, Wut- und Ohnmachtsgefühle zurück, welche allesamt unnötig sind.


      2.) Heile dich selbst

      Heile deine eigenen Verletzungen aus der Vergangenheit und lerne dich selbst bedingungslos zu akzeptieren und zu lieben. So wie du bist. Mit all deinen Fehlern, Schwächen und „Unperfektheiten“

      Die andere Hälfte des Leides geht darauf zurück, sich selbst nicht zu genügen und auf das daraus resultierende übersteigerte Bedürfnis, von anderen geliebt und anerkannt zu werden.

      Ist man emotional bedürftig, vervielfacht dieser Umstand den Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen.

      Deshalb heile dich selbst.

      Je mehr man zu sich selbst zurückfindet und je mehr Liebe und Verständnis man für sich selbst hat, umso mehr Liebe und Verständnis hat man für andere – selbst wenn die anderen nicht das tun, was man sich von ihnen wünscht.

      Niemand ist zu unaufhörlichem Leid verdammt. Auch nicht verlassene Mütter oder verlassene Väter.

      Alles, was es braucht, ist die Bereitschaft an sich zu arbeiten und sich so von seiner negativen Prägung zu befreien.

      Wenn man sich selbst verändert und wieder (oder vielleicht zum ersten Mal) sich selbst wird, verändern sich auch die Menschen um einen herum oder man zieht neue Menschen in sein Leben, die einem Liebe und Zuneigung schenken.

      Also, Anita, werde auch du zu einer SelbsthilfeHeldin, wage dich auf den Weg und zeige anderen an deinem eigenen Beispiel, dass ein Weg aus dem Leid möglich.

      LG, Kris

  11. Hallo,
    ich bin 51 Jahre, bin unter anderem ausgebildetete Traumapädagogin und erkenne erst jetzt bzw. kann die Erinnerungen erst jetzt zulassen, dass ich als Kind emotional missbraucht wurde. Das nicht Sichtbare hat für mich über Jahre ein mir selbst nicht glauben ausgemacht. Obwohl ich als Jugendliche magersüchtig war und auch später im Erwachsenenalter immer wieder Rückfälle hatte, konnte ich den schweren emotionalen Missbrauch nicht sehen und habe diesen immer abgetan „andere Kinder hatten es viel schlimmer, ich wurde doch gut versorgt,…“. Erst jetzt nachdem mein Körper nach jahrelanger Grenzüberschreitung in vielen Lebensbereichen streikt, wird mir einiges deutlich bzw. kann ich es überhaupt erst sehen. Diese späte Erkenntnis erschüttert mich zutiefst, da mein Selbstbild zerbricht…ich bin erfolgreich in einem Beruf den ich liebe, ich lebe in einer glücklichen Beziehung, aber habe nicht gelernt mich selbst zu spüren bzw. gut für mich zu sorgen….als Traumapädagogin kann ich gerade viel erkennen, aber der tiefe Riss in meiner Seele bleibt und ich finde gerade trotz meines Wissens und lieber Menschen um mich nicht wirklich zu mir und ins Leben zurück. Emotionaler Missbrauch macht sehr viel kaputt, bei mir auch besonders dadurch, dass ich auch den anderen guten Teil meiner Mutter und die eigene Hilflosigkeit sehen kann. Das ändert aber nichts daran, dass sie mir sehr viel Leid zugefügt hat…

    1. Hallo liebe Gesine,

      vielen Dank für deinen offenen und berührenden Kommentar.

      Genau wie du sagst, ist es vor allem das NICHT Sichtbare, das Menschen völlig in die Irre führt.

      Man denkt, man selbst ist das Problem, wenn man nicht richtig „funktioniert“ und die Symptome, die man hat, sich a) nicht erklären kann und b) nicht in den Griff bekommt.

      Die Erkenntnis und Eingeständnis, dass man als Kind nicht bekommen hat, was man gebraucht hätte, ist ein wichtiger und guter Schritt zur Heilung.

      Der nächste Schritt ist, sich dem inneren Kind anzunehmen, das immer noch ein Teil von einem ist – der Teil der leidet.

      Es gibt viele Wege diese alten Verletzungen oder Risse in der Seele, wie du es nennst, zu heilen und zu sich selbst zurückzufinden.

      Die besten Techniken und Methode, die ich in jahrelanger Recherchen und Selbstversuchen gefunden habe und biete ich in den aktuellen SelbsthilfeHelden-Kursen an.

      Aber ich will niemanden meine Kurse aufschwatzen und du bist ja selbst Expertin auf dem Gebiet.

      Also, einfach loslegen mit Übungen zur Selbsthilfe und Selbstheilung.

      Das wird!

      Alles Gute und fühle dich gedrückt, du bist auf einem guten Weg.
      Kris

  12. WOW, endlich eine Seite wo ich mich total wieder gespiegelt fühle.

    Ich habe die Weiterleitung von meiner Nichte erhalten…
    Dafür danke ich ihr sehr.
    Obwohl ich schon so viele Therapien, Sitzungen, Johanniskraut, Nahrungsergänzung und Co. gemacht bzw. genommen habe, merkte ich kaum Veränderungen – außer viel voll geweinter Eimer !
    Danke Kris, dass Du so ehrlich über Dich berichtest – tut gut!
    Werde mich zum Kurs anmelden
    Mohnblüte

  13. Es ist schwer darüber was zu schreiben, weil es jedes KInd bestimmt schon mal getroffen hatte. Jeder musste es schon ertragen, wenn die Eltern dich mit jemand anderem verglichen hatte und so etwas gesagt hatten wie “Das schaffst du nicht” “Der kann das besser” “Mach das so und nicht anders” Genauso wie der emotionale Schmerz, wenn die Eltern nicht da sind oder sich trennen, können eine starke Belastung sein, die ich niemanden übertragen geben möchte. Es tut mir in der Seele weh, wenn ich mir so etwas vorstellen muss, aber es ist kaum jemand verschont davon. Alle Eltern streiten sich mal oder sind sauer. Aber das so gut wie möglich einzudämmen, ist die Herausforderung und die Schwierigkeit. Wenn ich das Kind verletze, überträgt sich das dann auch auf das Erwachsensein !!!

    1. Hallo Stephan,
      lieben Dank für deinen Kommentar.
      Die Balance macht den Unterschied und ob das Kind als vollwertiger Mensch mit eigenen Gefühlen und eigenen Ansichten ernstgenommen wird oder nicht.
      Kinder die 1x kritisiert und 2x gelobt werden erfahren sich selbst anders, als Kinder die 10x kritisiert werden und nie gelobt.
      Ebenso kommt ein Kind mit gelegentlichen Auseinandersetzungen im Elternhaus gut klar, wenn das Elternhaus insgesamt harmonisch und liebevoll ist.
      Ich würde das Augenmerk nicht so sehr auf die richtige Erziehung der Kinder richten, sondern auf die richtige Beziehung als Erwachsener zu sich selbst.
      LG, Kris

  14. “Ungerechtfertigte und übertriebene Bestrafung ist keine erzieherische Maßnahme, sondern emotionaler Missbrauch.” – hört sich an, als ob es eine gerechtfertigte oder unübertriebene Bestrafung geben könnte. Strafen ist aber IMMER ein Unverständnis der Situation, eine Schuldzuweisung.

    1. Sicher gibt es ein berechtigtes Strafen. Kinder müssen Grenzen aufgezeigt bekommen und begreifen, wie soziales Verhalten funktioniert. Das muss erlernt werden.
      Und ja, auch Kinder können Schuld auf sich laden, z. B. stehlen, lügen oder etwas vorsätzlich kaputtmachen. Und das muss dann bestraft (oder auf neudeutsch sanktioniert) werden, damit der Lerneffekt einsetzt.

      Das ist ganz normal und in keiner Art und Weise schädlich oder verwerflich.

      1. Hi Christian,
        herzlichen Dank, für deinen Kommentar, der sicher viele zum Nachdenken anregt.

        Meine Sicht der Dinge (die man nicht teilen muss) ist:

        Kinder kommen als unschuldige Babys zu Welt. Kein Baby, will irgend etwas Böses.

        Das Verhalten von Kindern ist immer eine Reaktion auf ihre Umwelt und auf die Glaubenssätze, die sie vermittelt bekommen.

        Wenn mein Kind zum Beispiel stiehlt, muss ich mich als Elternteil fragen, was ich getan habe, dass mein Kind glaubt, dass es das, was es braucht und möchte, nicht auf einem rechtschaffenen Weg bekommen zu können.

        LG, Kris

  15. Hallo,
    ich bin jetzt 47 Jahre alt und leide noch immer unter meiner schlimmen Kindheit.Mein Vater ist ein Narzisst,meine Mutter hatte selber mit zahlreichen psychischen Problemen ( Magersucht,Angststörungen,Panikattacken etc. ) zu kämpfen und meine Schwester war das „goldene Kind“.
    Meine Mutter wollte nach meiner Schwester eigentlich kein Kind mehr bekommen,aber ich bin nur 11Monate Jünger als sie ( es ging also viel zu schnell ).Dann bin ich auch nur ein Mädchen geworden,damit hatte ich gleich vom ersten Tag an verloren…..meine Mutter hatte keine Beziehung zu mir,mein Vater hat mich nur erniedrigt und beschimpft.Ich musste über Stunden seine „Diskussionen“ ertragen,die immer darin endeten,dass ich einem Nervenzusammenbruch nahe,heulend in meinem Zimmer herumgerannt bin.Mit ca. 7 Jahre haben meine Suizidgedanken angefangen,gefolgt von Essstörung und dem nicht zu verdrängendem,starken Gefühl der Wertlosigkeit.
    Meine Essstörung und die Suizidgedanken habe ich mittlerweile überwunden ( ich muss aber immer noch aufpassen,dass ich nicht wieder in alte Essmuster des nicht—essens verfalle ),aber dieses Gefühl,dass ich nichts wert bin und mich mit Sicherheit kein Mensch je lieben kann ( obwohl ich in einer friedlichen und harmonischen Beziehung lebe ),lässt mich nicht los.Ich verzweifelt fast daran und möchte mich endlich selber akzeptieren.Wenn ich in den Spiegel schaue,oder Fotos von mir sehe,dann erkenne ich mich nicht und bin manchmal richtig überrascht,dass ich das bin.Ich fühle mich ständig hässlich und fett…
    Ich hatte noch nie professionelle Hilfe,meine Gefühle und Ängste wurden von meinen Eltern nie wahrgenommen.
    Ich bin nun aber an einem Punkt angelangt,wo ich meine Kindheit endlich verarbeiten und hinter mich lassen möchte.Ich sehne mich danach,mich endlich selber zu akzeptieren und ich möchte mich endlich selber im Spiegel,auf Fotos erkennen!Leider weiß ich nicht,wo ich professionelle Hilfe herbekomme und ich habe auch Angst davor….Angst,dass ich nicht ernst genommen werde….Angst,dass ich dann auf Erinnerungen stoße,die ich gar nicht haben möchte……ich bin teilweise richtig verzweifelt und hin und hergerissen und weiß nicht,was ich machen soll……

    1. Hallo liebe Schreiberin,
      verzweifle nicht.
      Du bist, wie du selbst erkannt hast, genau am richtigen Punkt angekommen: Kindheit verarbeiten und hinter dir lassen.
      Professionelle Hilfe bekommst du bei Psychotherapeuten oder Heilpraktiker. Die gibt es in jeder Stadt. Wenn du dich nicht ernst genommen fühlst, suche dir einen anderen.
      Mit Selbsthilfe kannst du ebenfalls eine Menge tun. Bei SelbsthilfeHelden findest du Kurse für den Einstieg.
      Ja, der Weg führt durch die Angst. Nicht daran vorbei. Aber was du am Ende der Angst findest, ist nicht etwa etwas Gruseliges, sondern du findest dich selbst.
      Also, nur Mut, du bist bei der richtigen Erkenntnis angelangt.
      Der nächste Schritt lautet TUN.
      Alles Gute, Kris

  16. Ja, ich habe eine ganze Menge davon durch gemacht. Ich bin mittlerweile 48 Jahre alt, habe dadurch schwere Depressionen bekommen die bis heute leider nicht anerkannt werden. Ich bin seit 12 Jahren in Behandlung und nichts wird besser. Es wird immer schlechter und ich habe bereits 2 Selbstmordversuche hinter mir. Meine Therapeutin meint zu mir, langsam müsse man aber auch mal vergessen können. Ich kanns aber nicht und das tut weh.

    1. Hallo liebe Sylvia,
      Ach herrjeh, ich fühle mit dir! Klar tut das weh.
      Solange man nicht geheilt ist, funktioniert weder vergeben noch vergessen.
      Mit der gleichen Frage habe ich mich auch herumgeschlagen und habe mir zig Mal anhören müssen, mein Problem sei, dass ich nicht verzeihen kann.
      Mein Problem war nicht, dass ich nicht verzeihen konnte.
      Mein Problem war, dass ich nicht wusste, wie man seine emotionalen Verletzungen heilt und wie man sich von den dysfunktionalen Denkprogrammen, die man sich aufgrund der Umstände angeeignet hat, befreit.
      Mein Vorschlag ist, suche dir einen anderen Therapeuten. Einen der mit dir deine Kindheit aufarbeitet und keinen der dir erzählt, du müsstest mal langsam vergessen. Vergessen und der Wunsch zu verzeihen kommt von selbst, WENN es einem besser geht.
      Parallel empfehle ich dir, selbst aktiv zu werden.
      Im Ratgeber für Betroffene und im Mini-Kurs Befreiung von negativer Prägung findest du einige Übungen, die für Selbstheilung ausgelegt sind. Das sind gute erste Schritte.
      Also, glaube an dich, arbeite an dir und deine Genesung ist dir sicher.
      Liebe Grüße, Kris

  17. Hallo!
    Vielen Dank für die vielen interessanten Artikel.
    Nach der Geburt meines ersten Kindes fiel ich in ein tiefes Loch.Ich brauchte lange um mich zu berappeln, ging dann in Therapie. Diese ist nun beendet, doch mein Weg ist es noch nicht.
    Ich setze mich viel mit meiner Kindheit auseinander. Diese war liebevoll aber dennoch davon geprägt, dass ich häufig der Therapeut meiner Mutter war. Wie unglaublich stark das mein ganzes Leben geprägt hat, weshalb ich diese ständige Traurigkeit mit mir rumtrage und weshalb ich so rastlos und oft auch ratlos bin, verstehe ich erst jetzt so langsam. Mit wird so viel klar nach und nach.
    Meine Kinder haben den Anstoß gegeben mich damit auseinander zu setzen. Es ist nicht einfach und oft schmerzhaft aber es ist nötig und gut.
    Ich lese hier gerne weiter.
    Vielen Dank!

    1. Hallo liebe Zaubererin!
      Vielen Dank für deinen Kommentar.
      Ich freue mich für dich!!
      Der erste Schritt zu Besserung ist getan.
      Sobald einem ein paar Lichter aufgegangen sind, was die Ursache für die seelischen Leiden sind, kann man aktiv was dagegen tun.
      Bis dahin tappt man meist ziemlich ratlos im Dunkeln.
      Also, einfach dran bleiben und dysfunktionale Denkprogramme durch funktionierende ersetzen.
      Die Tränen der Trauer oder der Wut, die man dabei mitunter weint, sind gleichzeitig immer Tränen der Reinigung und Heilung.
      Toll, dass dich deine Kinder dabei unterstützen.
      Liebe Grüße, Kris

  18. Liebe Kris,
    das Thema emmotionaler Missbrauch bzw emotionale Verletzung ist nicht auf das Elternhaus begrenzt. Auch im Bildungssystem begegnen Kinder und junge Menschen diesen Mechanismen häufig (da ist es dann wieder Eltern teilweise möglich, die Schäden abzupuffern).
    Vielen Dank für den Artikel und Grüße!

    1. Hallo lieber Kommentar-Schreiber!
      Vielen Dank für deinen Beitrag.
      Negativ geprägte und emotional verwundete Kinder werden entweder zu Tätern oder sie werden zu Opfern.
      Wenn Kinder in unser unflexibles Bildungssystem gestopft werden, dann operieren sie bereits auf Denkprogrammen, die sie sich zuhause angeeignet haben.
      Mein Lösungsvorschlag, um die Gesamtsituation für alle zu verbessern, lautet:
      Bei sich selbst anfangen, sein Wahres Ich wiederzufinden und fortan nach seiner eigenen Wahrheit zu leben und zu handeln.
      Das färbt auf andere ab. Ganz besonders auf Kinder.
      Liebe Grüße, Kris

  19. Liebe Kris
    Ich danke Ihnen fuer Ihren hilfreichen Artikel uber emotionalen Missbrauch.
    Ich bin 60 Jahre alt und kaempfe mein Leben mit meiner Mutter, die immer recht hat und alle anderen sind schuld nur sie nicht.
    Meine Zwillingsschwester ist auch unendlich traurig ueber unsere Vergangenheit – wir haben eine narzistische Mutter, die immer nur gefordert hat dass wir zu gefolgen haben – ihr alles recht machen – ohne dass sie je etwas zurueck gibt. Ich weiss gar nicht wie ich alles beschreiben soll das passiert ist ueber die Jahre – ich leide und wuerde so gerne meinen Selbstwert erkennen. Unser Bruder hat sich vor Jahren das Leben genommen – er hat genauso gekaempft wie wir und sah keinen Ausweg mehr. Bitte koennen sie mir sagen an wen ich mich wenden kann um Hilfe zu bekommen. Ich lebe in England – bin verheiratet mit einem guten Mann – wir haben ein Kind.Leider komme ich nicht weiter in meiner verzweifelten Suche. Bitte darf ich anonym bleiben. Falls sie eine Selbsthilfe Gruppe kennen waere ich Ihnen sehr dankbar.
    Freundliche Grusse G.

    1. Hallo liebe SelbsthilfeHeldin,

      Vielen Dank für deinen Kommentar.

      Ich finde es toll, dass du dein Alter angegeben hast. Das motiviert auch Jüngere sich selbst nicht aufzugeben.

      Egal wie schwer deine Vergangenheit war und wieviel du durchgestanden hast, zurück zu gesund und munter ist IMMER möglich. Auch mit 90!

      Es gibt mittlerweile viele Therapeuten, die sich auf die Heilung von Kindheitstrauma spezialisiert haben. Emotionaler Missbrauch fällt in die Kategorie „Entwicklungstrauma“.

      Therapie ist also ein Weg.

      Ich selbst bin ein großer Freund von Selbsthilfe.

      Du könntest mit den 7 Maßnahmen im Ratgeber anfangen. Das ist ein guter Ausgangspunkt.

      Es sind die kleinen Schritte, die dich zurück zu dir selbst bringen.

      Denn Heilung ist ein Prozess.

      Mache Übungen für mehr Selbstliebe. Kümmere dich um das „innere Kind“ in dir und gib dir selbst die Liebe und das Verständnis, das du nie hattest.

      Suche bewusst die Gegenwart von Menschen, die dir ein gutes Gefühl geben und dich heiter stimmen. Meide Menschen in deren Gegenwart du dich schlecht fühlst. Sollte deine Mutter noch leben, dann gehe auf Distanz. Du bist ihr nichts schuldig.

      Fasse hier und jetzt den Entschluss, dass du gesund und glücklich werden WIRST.

      Dann folge deiner Intuition und lasse dich von deiner inneren Stimme, deinem „Höheren Ich“ leiten.

      Wenn du eine Eingebung hast, ein bestimmtes Buch zu lesen, oder ein Seminar zu besuchen, dann tue es ohne zu zögern.

      So findest du zurück zur dir und deinem Wahren Ich.

      Dein Wahres Ich weiß, wie wertvoll es ist. 🙂

      Alles Gute auf deinem Weg!
      LG, Kris

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