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Innere Leere

INNERE LEERE – Was man tun kann und was man AUF KEINEN FALL tun sollte

Nichts geht weg, bevor es uns beigebracht hat, was wir wissen müssen. - Pema Chödrön

 

Inhaltsangabe

1. Meine persönliche Erfahrung mit innerer Leere

2. Ursachen von innerer Leere

3. Was man bei innerer Leere NICHT tun sollte

4. Wie man innere Leere überwinden kann

5. Fazit

 

 

1. Meine persönliche Erfahrung mit innerer Leere

Es war ein Tag, der in meinem Gedächtnis haften bleiben sollte.

Ich war gerade mal 17 Jahre alt, lebte allem Anschein nach ein erfülltes Leben als älteste Tochter einer vierköpfigen mittelständischen Familie.

Nach meinem damaligen Dafürhalten waren wir eine "normale" Familie.  Heute, 30 Jahre später, weiß ich, dass auch meine Familie dysfunktional war. 

Ich litt keinen finanziellen Mangel, konnte aufs Gymnasium gehen, im Verein Sport treiben und die Nachmittage mit Freunden verbringen.

Alles schien in Ordnung.

Außer mit mir.

Mit mir war etwas nicht Ordnung.

Ich fühlte mich so unglaublich leer.

Ich fühlte diese innere Leere schon eine Weile in mir. Aber an diesem Tag hatte sie besonders viel Gewicht.

Woher kam dieses elende Gefühl?

Wieso war es da?

Was konnte ich dagegen tun?

 

Mir kam ein Gedanke ...

Ein gebrochenes Herz. Das ist die Antwort.

Ich wünschte mir allen Ernstes ein gebrochenes Herz.

Ich war noch nicht erwachsen, doch ich war bereits emotional so taub, dass ich mir Liebeskummer wünschte, um wenigstens IRGENDWAS zu fühlen.

Die innere Leere fühlte sich grausam an.

Ich wollte sie loswerden.

Oder ausfüllen.

Egal wie.

Ganz gleich womit.

Zeitgleich mit meinem Wunsch nach (Herz-)Schmerz überkamen mich immer häufiger Fressanfälle und ich nahm an Gewicht zu.

Worunter ich zusätzlich anfing zu leiden.

Auch die Fress-Attacken führe ich heute auf die innere Leere zurück. Und damit, dass ich von frühster Kindheit an mit Essen beruhigt (oder ruhig gestellt) wurde anstatt mit echter Zuneigung und Verständnis.

Dieser Trost-Mechanismus hatte sich in mein Unterbewusstsein eingegraben.

 

Doch damit nicht genug ...

Und dann war da noch der Alkohol, den ich auf einer Klassenparty entdeckt hatte und von dem ich sofort ein ganz großer Freund wurde. Schmecken tat er mir nicht, aber er half mir aus meiner Situation zu flüchten.

Aufhören nach dem ersten Glas ging von Anfang an nicht.

Wenn ich einmal mit dem Trinken begonnen hatte, endete der "Umtrunk" eigentlich immer in einem soliden Rauschzustand.

Einmal erschien mir sogar beim Trinken das Bild von einem Fass ohne Boden vor meinem geistigen Auge.

Genauso fühlte ich mich.

Hohl und bodenlos.

Egal wieviel Essen ich in mich stopfte oder wieviel Alkohol ich in mich schüttete, das ersehnte Gefühl des Erfülltseins blieb unerreichbar.

 

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2. Was ist die Ursache von innerer Leere?

Gute Frage!

Der Fall ist tricky.

Denn woher soll man wissen was einem fehlt, wenn man das, was fehlt, nicht kennt?

Zum Glück gibt es schlaue Menschen, die schlaue Bücher schreiben.

Die Schweizer Psychoanalytikerin Alice Miller zum Beispiel.

Innere Leere entsteht durch Selbstentfremdung bzw. durch den Verlust der Verbindung zu seinem Wahren Ich.

Teile des Wahren Ichs können in der Kindheit nicht in die eigene Person integriert werden oder werden beim Aufwachsen abgespalten.

Authentische Wesenszüge von einem selbst bleiben auf dem Weg zwischen Geburt bzw. Empfängnis und dem Erwachsenwerden auf der Strecke.

Dadurch fühlt man sich innerlich leer.

Die Gründe dafür sind zahlreich und für ein Kind allesamt traumatisch.

Deshalb spricht man auch von Kindheitstrauma.

 

Die Ursachen von innerer Leere im Fachjargon

Die Ursache von innerer Leere sind negative Prägung und Kindheitstrauma in Form von:

  •   Fehlende oder negative Spiegelung durch die Bezugsperson im Säuglingsalter

  •   Abspaltung von Wesenszügen im Laufe der Entwicklung, um die Zuneigung seiner Bezugspersonen nicht zu verlieren

  •   Unterdrückung von nicht tolerierten Gefühlen als Selbstschutz

  •   Übernahme von nicht dienlichen Glaubenssätzen und Denkmustern seines Umfelds

  •   Körperlicher, sexueller oder emotionaler Missbrauch

Hier sind 3 Beispiele zum besseren Verständnis.

 

Innere Leere Ursache / Beispiel #1

Fehlende Spiegelung

Damit ein Kind eine eigene Identität entwickeln kann und weiß wer oder was es ist, benötigt es einen Menschen, der das Kind "spiegelt".

Blickt das Kind in die Augen der Mutter, so sieht es im Idealfall Akzeptanz, Liebe und Zuneigung.

Es lernt ich bin liebenswert, wertvoll und werde akzeptiert wie ich bin.

Folglich kann das Kind ein gesundes Selbstwertgefühl („ich bin gut so wie ich bin“) und eine authentische Identität ausbilden.

In den Fällen, in denen die Mutter gestresst und von Sorgen geplagt ist, keine wirkliche Liebe für das Kind empfindet oder einfach nicht geistesgegenwärtig beim Kind ist, sieht das Kind im Spiegel ein anderes Bild.

Es sieht Sorgen, Ängste oder Ablehnung.

Das Kind bezieht das Spiegelbild auf sich und kann sich dadurch nicht als liebenswert und wertvoll wahrnehmen.

Die Folgen sind ein defektes Selbstbild, häufig geprägt von Selbstzweifel, Selbstablehnung und mangelnder Selbstliebe.

 

Innere Leere Ursache / Beispiel #2

Abspaltung von Wesenszügen

Vergrößert wird die innere Leere dadurch, dass man Teile von sich selbst abspaltet. Jene Teile, die für die Menschen, von der man abhängig ist, nicht akzeptabel sind.

Um die Zuneigung und Liebe seiner Bindungspersonen nicht zu verlieren, tut ein Kind alles.

Meine Eltern hatten mir früh zu verstehen gegeben, dass sie wenig Verständnis für meine negativen Gefühle hatten.

Die einzigen Gefühle, die in ihren Augen angemessen schienen, waren: Strahlendes Glück und endlose Dankbarkeit. Schließlich hatte ich es im Vergleich zu ihrer eigenen Kindheit so unglaublich gut.

Das stimmte - aber nur in Teilen.

Meiner eigenen Wahrnehmung nach gab es schon Gründe traurig und wütend zu sein.

Zum Beispiel über den Umstand eine Mutter zu haben, die mich als Unfallkind schon vor meiner Geburt ablehnte. Dafür aber meine jüngere Schwester behandelte wie eine kleine Prinzessin.

Meinen Frust und meine Wut nicht geliebt, nicht gesehen und nicht verstanden zu werden, verdrängte ich.

Damit mit verdrängte ich mich selbst und konnte mein Wahres Ich nicht richtig entwickeln.

Was blieb war eine große Leere.

 

Innere Leere Ursache / Beispiel #3

Adaption nicht dienlicher Glaubenssätze und Denkmuster

Ein weiterer Faktor, der zur Selbstentfremdung führt und damit innerlich leer macht, ist die Adaption von Glaubenssätzen und Denkmustern, die einem selbst nicht dienlich sind.

Die Übernahme von Denkmustern erfolgt ebenso automatisch wie die Übernahme der Muttersprache.

Daran ist an sich nichts verkehrt.

Jedoch kann derselbe Glaubenssatz dem einen hilfreich und dem anderen hinderlich sein.

Wenn man nun auf geerbten Glaubenssätzen operiert, die nicht zu einem passen, kann man sich nicht frei entfalten und unterdrückt sich damit selbst.

Wer Buchhalter wird, weil der Familien-Glaubenssatz sagt, das ist eine sichere Anstellung, obwohl das Herz gerne Musiker werden möchte, der verbannt ebenfalls Teile von sich aus seiner Identität.

Solange man seiner Seele nicht erlaubt, sich in Gänze auszudrücken und zu entfalten, wird immer ein Gefühl der inneren Leere und des Unerfülltseins zurückbleiben.

3. Was man bei innerer Leere NICHT tun sollte

Solange man nicht weiß, was die innere Leere tatsächlich verursacht, versucht man sich "irgendwie" zu behelfen.

Dieses "irgendwie", sind genau die Dinge, die man bei innerer Leere NICHT tun sollte, weil man in einen Teufelskreis gerät.

Für den Fall, dass du dich in einem der nachfolgend genannten Verhaltensmuster wiedererkennen solltest, dann bitte, bitte verurteile dich nicht!

Es handelt sich dabei um ganz normale Schutzmechanismen, um die seelische Qual der inneren Leere aushalten zu können.

Hier also 5 Aktionen, die man bei innerer Leere NICHT tun sollte, weil sie in eine Sackgasse führen.
 

Innere Leere überwinden  - Sackgasse #1

1. Versuchen die innere Leere durch den Erwerb materieller Dinge zu füllen

Der Neuerwerb von materiellen Gegenständen geht häufig mit Glücksgefühlen einher. Diese Glücksgefühle hebeln einen für kurze Zeit aus dem Zustand der inneren Leere.

Doch wäre es wirklich der Gegenstand an sich, der uns zu unserem Glück gefehlt hat, dann wäre die innere Leere mit dem Kauf kurierte.

Ist sie aber nicht.

Wer du an echter innerer Leere leidest, dann findest du die Erfüllung, nach der du suchst, nur in dir selbst.

Nicht in der Außenwelt.

Was dir gegenwärtig fehlt bist DU.

Nichts anderes.

Kein neues Auto, kein neues Handy und auch kein neues Paar Schuhe.
 

Innere Leere überwinden  - Sackgasse #2

2. Versuchen die innere Leere mit Essen zu stopfen

Manche Menschen spüren innere Leere nicht nur psychisch, sondern auch körperlich. Der eigene Körper fühlt sich leer und hohl an.

In meinem Fall führte dieser Umstand dazu, dass ich immer wieder unkontrollierbare Fressanfanfälle hatte oder bei einem normalen Essen nicht aufhören konnte, selbst wenn ich längst satt war.

Da das Problem aber tatsächlich nur auf der seelischen Ebene existiert, kann es auch nur dort gelöst werden.
 

Innere Leere überwinden  - Sackgasse #3

3. Versuchen das Gefühl der inneren Leere zu betäuben

Alkohol, Drogen oder Medikamente erzeugen ein künstliches Wohlbefinden, aber sie erfüllen einen nicht.

Sobald die Wirkung nachlässt, ist man wieder mit derselben inneren Leere konfrontiert.

Dadurch führt die Methode der Betäubung allenfalls in die Abhängigkeit, aber niemals in die Befreiung.
 

Innere Leere überwinden  - Sackgasse #4

4. Versuchen sich von der inneren Leere abzulenken

Die Ablenkung mit Fernsehen, Internet oder Videospielen sowie die Flucht in die Arbeit - all diese Manöver haben eine ähnliche Wirkung wie Alkohol oder Drogen.

Sie lenken dich von dem Problem der inneren Leere ab, aber sie helfen dir nicht, die innere Leere wirklich zu überwinden.
 

Innere Leere überwinden  - Sackgasse #5

5. Versuchen die innere Leere durch Beziehungen auszufüllen

Innere Leere ist nicht dasselbe wie Einsamkeit.

Ein anderer Mensch kann Wesenszüge, die du abgespalten hast, nicht ersetzen.

Menschen die innerlich leer sind neigen dazu, sich an ihren Partner zu klammern. Innerlich leere Partner sagen häufig "Ich liebe dich, weil ich dich brauche" oder "du machst mich vollständig".

Es ist nicht die tiefe Beziehung zu einem anderen Menschen, die dir fehlt.

Was dir fehlt, wenn du innere Leere empfindest, ist die tiefe Beziehung zu dir selbst.

4. Wie man innerer Leere überwinden kann

Innere Leere - was tun?

Was sind die richtigen Maßnahmen, um innerer Leere überwinden zu können?

Salopp formuliert tut man folgendes:

Man sammelt die abgespaltenen Wesenszüge von sich selbst wieder ein, tritt nicht dienliche Glaubenssätze in die Tonne und baut sich wieder zusammen.

Der Heilungsprozess braucht also deine aktive Mithilfe.

Von nix kommt ja bekanntlich nix. 🙂

Im Kern geht es darum, sich von seiner negativen Prägung zu befreien und wieder „ganz“ zu werden.

Dazu gehören unter anderem

  •    Integration der abgespalten Wesenszüge
  •    Loslassen von selbstlimitierenden Glaubenssätzen und Denkmustern
  •    Erneuerung des eigenen Selbstbildes
  •    Selbstliebe ausbauen und praktizieren
  •    Lernen Gefühle zu fühlen und auszudrücken
  •    Lernen seiner Intuition und inneren Stimme zu folgen
  •    Orientierung an seinen eigenen Bedürfnissen statt an den Erwartungen anderer

So wird man wieder vollständig und die innere Leere löst sich auf.

Wahre, tiefe Erfüllung ist der Lohn.

 

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5. Fazit

Innere Leere entsteht in der Kindheit durch (für ein Kind) traumatische Erfahrungen.

Innere Leere ist ein Symptom und gleichzeitig deine Helferin.

Sie möchte gerne, dass du etwas für DICH tust.

Damit du auch wirklich in die Pötte kommst, macht sie dir das Leben so unangenehm wie möglich.

Innere Leere möchte, dass du

  •    die Verbindung zu deinem Wahren Ich wieder herstellst
  •    Verletzungen aus der Vergangenheit heilst
  •    dich von Glaubenssätzen befreist, die dich limitieren
  •    Gefühle zulässt (alle!)
  •    du selbst bist

Alles was die innere Leere wirklich möchte, ist dir dein Leben zurückgeben.

Sie wartet auf deine Rückkehr ... und sie ist dabei sehr geduldig.

Deine Kris

Innere Leere: Betroffenen-Umfrage

Aus was für Familien stammen Betroffene, die an innerer Leere leiden?

Die Stimmen einzelner Therapeuten werden lauter.

Sie sagen, dass die Herkunftsfamilie und das Verhalten der Eltern gegenüber dem Kind den größten Einfluss darauf hat, ob ein Mensch eine gesunde Persönlichkeit entwickeln kann – oder nicht.

Wenn du also selbst an innerer Leere leidest, dann beteilige dich an der Umfrage.

Damit findest du auch gleichzeitig heraus, aus welchen Familien andere Betroffene stammen.

Nach deiner Eingabe, wird dir das Abstimmungsergebnis aller Umfrage-Teilnehmer angezeigt.

Bitte gib eine ehrliche Antwort.

Es geht bei dieser Umfrage darum, Menschen zu helfen, die Ursachen ihrer Probleme zu verstehen.

Wenn du dir nicht sicher bist, was eine dysfunktionale Familie ist, findest du hier 10 typische Merkmale  (hier klicken).

Mein familiärer Hintergrund ist:

 

 


Deine Gedanken sind wichtig

Hallo, ich bin Kris Wiegand, Selbsthilfe-Coach und Gründerin von SelbsthilfeHelden.

Welche Erfahrung hast du mit innerer Leere gemacht? Hat dir der Artikel weitergeholfen? Hast du Fragen? Dann schreibe einen Kommentar.

Deine Gedanken helfen auch anderen.

PS: Wenn du anonym bleiben möchtest, gib nur deinen Vornamen oder einen Künstlernamen ein.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht und du brauchst natürlich auch keine Webseite anzugeben, wenn du keine hast. 🙂

 

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17 Gedanken zu „INNERE LEERE – Was man tun kann und was man AUF KEINEN FALL tun sollte

  1. Hallo, Kris,
    dein Artikel hat mir gefallen. Besonders gut finde ich die konkreten Tipps, was man NICHT tun sollte. Es fehlen mir allerdings konkrete Tipps, WAS man tun könnte.

    Trotzdem danke, denn du schreibst sehr ansprechend und verständlich und geholfen hat mir dein Artikel allemal.

    1. Hallo Theophanu,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Konkrete Tipps, Was man tun kann findest du im Ratgeber für innere Leere, den du dir kostenlos herunterladen kannst. Das Fenster zum Download findest du im Artikel.

      … und dann mache dich darauf gefasst, dass sich einiges in deinem Leben ändern wird. 🙂

      LG, Kris

  2. Hallo ich bin Anna 21 ich bin seit 4 Jahren mit meinem Freund Flo 22 zusammen.
    Wir hatten schwierige Zeiten haben schon vieles durchgemacht was nicht viele Paare durchmachen. Er spürt das alles, was ich hier gelesen habe und ich glaube/weiß das er ein Kindheitstrauma hat. Wie soll ich ihm helfen ?
    Er möchte nichts tun, ich habe schon versucht mit ihm irgendwo hinzufahren, mit ihm versucht zu reden aber als Antwort kam nur ich weiß nicht, keine Ahnung oder ist mir egal.
    Ich erkenne ihn nicht mehr.
    Ich mache ihm keine Vorwürfe und gebe ihm Zeit. Ich möchte ihm wirklich helfen, wieder zu dem Menschen wzu werden, in den ich mich verliebt habe.
    Wir haben keine Zweisamkeit mehr verhalten uns wie beste Freunde. Seine Meinung dazu war nicht mal so verhalten wir uns wir leben einfach nebeneinander her.
    Bitte, ich brauche Tipps. Das was ich schon gelesen habe ist wirklich hilfreich gewesen, um ihn besser verstehen zu können. Aber ich will ihm mehr helfen. Danke im voraus.

    1. Hallo Anna,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Die nicht so gute Nachricht ist: Man kann andere Menschen nicht verändern. Man kann nur sich selbst verändern. Auch kann man anderen nur dann helfen, wenn man explizit um Hilfe gebeten worden ist.

      Die gute Nachricht ist: Wenn man sich selbst verändert, verändern sich die anderen mit, so dass sie besser zu uns passen, oder es kommen neue Menschen in unser Leben, die unseren Vorstellungen besser entsprechen.

      Das ist der einzige Weg.

      Ein Vorschlag, was du tun könntest:

      Mache dir eine Liste, wie dein perfekter Partner oder dein heiler Freund sein sollte. Schreibe alles auf, was dir einfällt. Unternehmungslustig, voller Tatendrang, fröhlich, sportlich, musikalisch, liebevoll, zärtlich, gebildet, zielstrebig, relaxed etc..

      Als nächstes überlege dir, was für eine Freundin sich dein perfekter Partner – oder dein Freund, wenn er wieder der alte wäre – wünschen würde. Was für Eigenschaften würden ihm an seiner Partnerin gefallen.

      Dann arbeite an dir selbst! 🙂

      Werde die Person, die deinem Traummann bzw. deiner Traumversion von deinem Freund, gefallen würde. Arbeite an deinen eigenen Schwächen, baue deine Stärken weiter aus, bilde dich weiter, miste Glaubenssätze aus. Sorge dich darum, dein Wahres Ich zu leben und zu entfalten, unabhängig davon, ob dein Freund mitzieht oder nicht.

      Wenn dein Freund mit Grippe im Bett liegt, ist ihm auch nicht geholfen, wenn du dir ebenfalls die Grippe holst. Das macht sein Leid nicht besser.

      Infolge wird eins von zwei Dingen passieren.

      Entweder dein Freund sich mit dir verändern, weil er von dir inspiriert wird und du hast deinen „perfekten Freund“ wieder oder du wirst den perfekten Partner kennenlernen.

      In Wahrheit bist du dir selbst der perfekte Freund, der sein eigenes Spiegelbild in einem anderen Menschen sieht.

      LG, Kris

  3. Ich leide schon seit einer Weile an Depressionen und innerer Leere. Ich denke, dass der Grund meine Grundschullehrerin ist. Sie hat mich immer unter starken Druck gesetzt und wenn ich nicht gut war, war ich immer schlecht. Wenn ich heute noch eine 4 bekomme fange ich an zu weinen und zu zittern und habe Angst, obwohl ich eigentlich weiß, dass eine 4 nicht der Weltuntergang ist.
    Ich fülle diese Leere mit Essen und das macht alles nur schlimmer. Eis, Pizza, Süßes generell und Kohlenhydrate könnte ich essen, bis ich mich übergeben muss. Während des Essens fühle ich mich besser, aber unmittelbar danach stürzt meine Laune ab. Ich Weine, bereue und werde ängstlich. Ich will da raus, ich muss daraus.

    1. Hallo liebe Leony,

      prima, dass du selbst nach Lösungen suchst. Damit bist du bereits am Anfang deines Heilungswegs.

      Ja, genau richtig erkannt. Die 4 ist nicht der Weltuntergang. Die Grundschullehrerin ist auch nicht die Ursache. Sondern nur ein Auslöser. Rein vom Verstand kann man das Problem nicht auflösen.

      Es sind die Emotionen, die man fürchtet.

      Angst, Erwartungen nicht erfüllen können. Angst vor Konsequenzen. Angst vor Ablehnungen. Angst vor Strafe. Angst vor Alleinsein. Angst, Angst fühlen und aushalten zu müssen.
      Angst, dass sich bereits erlebtes Drama, das man nicht richtig verarbeiten konnte, weil man zu klein war, wiederholt.

      Die Emotionen, die man fürchtet müssen bewusst erlebt und durchlebt werden, damit man sie nicht mehr fürchtet.

      Vielleicht wäre es gut, (weil du schreibst, du bist noch in der Ausbildung und daher vermutlich noch sehr jung bist) dich dabei von jemandem mit Erfahrung betreuen zu lassen.

      LG, Kris

  4. Hallo, ich fühle mich ebenfalls innerlich leer. Das hat aber nichts mit meiner Kindheit zu tun sondern ich mache den Tod meines Sohnes dafür verantwortlich. Leider versuche ich diese Leere mit Essen zu füllen aber dadurch werde ich nur dicker und unglücklicher.
    Von alleine finde ich den Weg aus dieser Leere nicht heraus…

    1. Hallo liebe Schreiberin,
      Ja, hole dir professionelle Hilfe und Begleitung bei der Trauerarbeit, um deinen Schmerz richtig verarbeiten zu können. Versuche es nicht im Alleingang.

      Dann bekommst du auch Unterstützung, dich von der inneren Leere zu befreien. Der Verlust ist nicht die Ursache für die innere Leere, sondern nur der Auslöser. Die innere Leere war vorher schon da, wurde aber durch deinen Sohn kompensiert.

      Konnte man sich in der Kindheit nicht zu einem eigenständigen Wesen entwickeln, weil man aufgrund der Umstände dazu genötigt war, Teile von sich selbst aufzugeben oder für ein emotional bedürftiges Elternteil da zu sein, dann entsteht innere Leere.

      Häufig führt dieser Umstand dazu, dass man versucht, dieses innere Vakuum in einer Symbiose mit seinen Kindern, dem bedürftigen Elternteil oder einem Partner ersatzweise zu füllen.
      Verliert man diesen Symbiose-Partner ist das mit einem immensen Schmerz von Verlassenheit, Einsamkeit verbunden.

      Man muss nun nicht nur die Trauer verarbeiten, sondern gleichzeitig seine alten Verletzungen heilen und zum ersten Mal in seinem Leben vollständig werden.

      Das ist kein leichter Weg, aber ein notwendiger.

      Gehe ihn trotzdem. Der Tag wird kommen, an dem du dankbar dafür sein wirst, weil er dich zurück zu dir selbst und deinem Wahren Ich führt.

      LG, Kris

  5. Hallo, mir hat der Artikel ganz viel weiter geholfen. Ich weiß nun, was mit mir los ist. Ich habe urplötzlich meine Gefühle nicht mehr. Meine inneren Gefühle. Sie sind spurlos verschwunden. Ich glaube es lag viel an meiner Mutter. Sie gab mir nicht die Liebe die ich gebraucht habe und nun verspüre ich das Gefühl der inneren Leere. Äußerlich zeig ich Ihnen Gefühle, aber innerlich sind sie weg. Ich habe das Gefühl fremd in mir zu sein. Fremd in mir.
    Hilflos, Leer, manchmal auch impulsiv, selbstverletzendes Verhalten. Das ist echt anstrengend für mich. Ich fühle mich Leer. Leer wie ein Glas ohne Wasser. Leer.
    Eure Melina

    1. Hallo liebe Melina,

      Prima!! Die Erkenntnis über die Ursachen ist der erste Schritt. 🙂

      Jetzt bleibe nicht stehen, sondern mache dich auf den Heilungsweg und du fängst an, dich wieder selbst zu spüren.

      LG, Kris

  6. Hallo Kris,
    erst einmal vielen Dank für diesen Beitrag, er hat mir schon beim Lesen aufgezeigt, wo ich ansetzen kann um ” meine Leere” zu füllen. Wie viele Andere stamme auch ich aus einer dysfunktionalen Familie und, was für mich viel schlimmer ist, fühlte mich immer ” ungewollt”. Mein von mir, als kleines Mädchen, angehimmelter Vater nahm bei der Scheidung meinen kleinen Bruder mit und ließ mich zurück. Meine Mutter versank, ob des Verlustes ihres einjährigen Sohnes, in einer Alkoholsucht und war zuletzt in einer destruktiven Ehe mit einem Alkoholiker gefangen, da abhängig von ihm. Oft musste ich ihre Aufgaben übernehmen, gefühlte hundert Mal Polizei und Rettungskräfte rufen, aufgrund häuslicher Gewalt, und mehrere Selbstmordversuche seitens meiner Mutter und meines Stiefvaters erleben. In der Grundschule war ich die Asoziale, das schmuddelige Kind mit dreckigen Sachen und ohne Pausenbrote. Oft wurde ich aus dem Bett gerissen und sollte Partei ergreifen, wenn sich gestritten wurde. Meine Mutter starb schliesslich mit nur 36 Jahren und wieder war ich das ” ungewollte” Kind, dass keiner aufnehmen ” konnte “. Gegen den Willen meines Großvaters, nahm meine Großmutter mich in Pflege und wieder spürte ich, dass nicht jeder mit meiner Anwesenheit einverstanden war. Immerhin gab es Pflegegeld und zumindest meine Oma liebte mich um meinetwillen. Heute wundere ich mich immer wieder, dass ich überhaupt lebensfähig bin, wenn auch mit emotionalen Defiziten behaftet. Gerade hab ich mich aus einer Ehe mit einem Narzissten befreit, die ebenso heftig wie auch destabilisierend war und mich, gefühlt, traumatisiert hat. Dennoch suche ich auch die ” Schuld” bei mir, denn ich habe mich ja darauf eingelassen und war ” empfänglich”. Nun Ja, jetzt werde ich Deinen Rat beherzigen und es mir zur Aufgabe machen, mich selbst zu finden! Die Wartelisten bei den Psychotherapeuten sind schier endlos, aber ich hoffe auch in Eigenarbeit Einiges zu erreichen. Durch den Text ist mir bewusst geworden, was mir in jeder festen Beziehung nie bewusst war. Ich habe mich immer unerwünscht gefühlt und nicht geglaubt, dass man mich lieben kann!

    1. Hallo Lucia,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Deine berührende Geschichte ist ein Beispiel mehr, dass niemand aus eigenem Verschulden in sein seelisches Leid schlittert oder gar mit seelischem Defekt geboren wird.
      Du wunderst dich zu Recht, wie es kommt, dass du überhaupt lebensfähig bist. Dieser Umstand sagt dir hoffentlich sehr viel über deine wahre Natur und deine wahre Stärke. 🙂
      Mit Selbsthilfe kann man nicht nur einiges erreichen, man kann Berge versetzen. Denn man selbst ist der einzige Denker in seinem Kopf.
      Das Gefühl unerwünscht und nicht willkommen zu sein, kenne ich selbst nur zu gut. Aber das Gefühl basiert auf gemachten Erfahrungen in der Kindheit und nicht auf der ultimativen Wahrheit.
      Verändert man sein Selbstbild (ich habe ein paar wirklich liebenswerte Eigenschaften, vielleicht bin ich im Kern ja liebenswert), dann zieht man andere Menschen an und erlebt eine neue Wahrheit. Nämlich die, dass man jede Menge Menschen trifft, die einen doch mögen und schätzen.
      Vielleicht magst du dir den Mini-Selbsthilfe-Kurs „Befreiung von Negativer Prägung“ herunterladen. Du findest den Download-Button am Ende des Artikels. (ZUM DOWNLOAD).
      Er beinhaltet 3 einfache Übungen, mit denen man anfangen kann, die alten „Schrott-Denk-Programme“ zu überschreiben und sich selbst zu heilen.
      Mach dich schon mal auf eine schöne Zukunft gefasst. 🙂
      Liebe Grüße, Kris

  7. Einen schönen guten Tag wünsche ich,

    ich leide an einer Depression, welche schon etwas länger andauert, nachdem ich mich von meinem Mann getrennt habe. Jedoch tat ich dies, weil ich damals, also vor 2 Jahren nach ungefähr 10 Jahren, das erste Mal wieder Kontakt zu meinem “wahren” ICH hatte. Es war toll, denn ich litt so lange unter dieser inneren Leere. Bei mir sind die Ursachen eindeutig: -traumatische Kindheit -noch traumatischere Jugend und extrem traumatische ehe…. Es ist als wollte mir mein ICH zeigen, dass ich mich trennen muss unbedingt…

    Das Problem momentan ist, dass ich immernoch nicht zu mir gefunden habe und fast immer unter dieser Leere leide… Als wenn mein “ICH” Angst hat hervorzutreten….

    Es hört sich verrückt an, aber es ist so. Warscheinlich liegt es daran dass ich noch nicht das nötige Selbstbewusstsein habe. Ich habe auch noch ein Kind zu versorgen und stehe vor einem Scherbenhaufen momentan. Außerdem muss ich demnächst zu meinen Eltern zurück, welche ja auch die Verursacher der Leere sind. Alles ziemlich verzwickt zurzeit…

    Ich hoffe bald wieder mein ICH zu spüren.
    Ich bin auch in Psychotherapie…

    Kann man es auch alleine schaffen oder muss man eine Therapie machen?

    Vielen Dank, für diesen tollen Artikel. Er ist der aufschlussreichste, welchen ich bis jetzt lesen durfte.

    Viele Grüße

    Mira

    1. Hallo liebe Mira,

      vielen Dank für deinen offenen Kommentar.

      Zum Glück kann man sein Wahres Ich niemals verlieren. Was man verliert, ist die Verbindung zu seinem Wahren Ich.

      Das passiert meistens dann, wenn man als Kind in einer unsicheren Umgebung aufgewachsen ist. Zum Beispiel unter einem jähzornigen oder narzißtischen Elternteil und seine ganze Aufmerksamkeit auf andere richten musste, um nicht jegliche Zuneigung zu verlieren oder um rechtzeitig erkennen zu können, ob sich Gefahr anbahnt.

      Dieses Verhalten, den Fokus auf die emotionale Verfassung anderer zu richten, behält man dann oft bis ins erwachsenen Alter bei – und verliert dabei jedes Gespür für sich selbst.

      Man orientiert sich fast nur noch in der Außenwelt: Was will der andere? Was fühlt der andere? Wie kann ich es dem anderen recht machen?

      Dabei wird man immer leerer und immer unglücklicher.

      Der Heilungsweg aus der innerer Leere und der Depression, ist der Weg nach innen.

      Indem man anfängt bewusst zu fühlen und sich immer wieder fragt: Was fühle ICH gerade? Was würde ICH jetzt gerne tun? Was sind MEINE Bedürfnisse?

      Und sich im nächsten Schritt erlaubt, diese Bedürfnisse zu erfüllen.

      Damit wächst automatisch auch das Selbstbewusstsein, weil man
      a) sich seiner selbst bewusst wird und
      b) anfängt für sich selbst einzustehen.

      Die Angst dafür abgelehnt zu werden, zu sein wie und wer man wirklich ist, ist die kindliche Angst vor Liebesentzug der Eltern. Was für Kinder lebensbedrohlich ist. Deshalb geben sie Teile von sich selbst auf.

      Für erwachsene Menschen ist das anders. Jetzt ist man von niemandem mehr abhängig und man kann man sich neue Freunde suchen.

      Genaugenommen kommen diese neuen Freunde von ganz allein in unser Leben, wenn wir anfangen zu sein, wer wir wirklich sind. Denn nur wenn wir sind, wie wir wirklich sind, können sie uns erkennen.

      Alleingang oder Therapie? Alles ist möglich!

      Mach das, wozu du selbst ein gutes Gefühl hast.

      Lass dich dabei von deinen positiven Emotionen leiten. Sie sind die Botschafter von deinem Wahren Ich und zeigen dir den Weg.

      Alles Gute auf deinem Weg zurück zu dir und damit in deinen schönsten Lebensabschnitt!

      LG, Kris

      1. Vielen Dank für deine hilfreiche und ausführliche Antwort. Sie hilft mir gerade sehr.

        Generell finde ich die Website sehr schön. Weiter so. 😉

        Liebe Grüße Mira

  8. Hallo Kris,

    vielen Dank für diesen Artikel. Es trifft den Nagel auf den Kopf und ist aus meiner Sicht einer der zentralen Leidenspunkte um den wir “herummanövrieren”. Wenn alle verfügbaren Mechanismen nicht mehr greifen, dann begegnen wir wieder der Leere. Es ist aus meiner Erfahrung nur ein kurzer Übergangsbereich, der sich Gottseidank schnell wandelt in dem Moment wo man sich ihm voll und ganz aussetzt. Fühlt sich wie Sterben an, aber man wird dadurch eigentlich erst lebendig.

    Grüße
    Gopal

    1. Hallo Gopal,
      vielen Dank für deinen Beitrag.
      Innere Leere, genau wie alle anderen psychischen Leiden, sind leider immer noch Tabu-Themen, weil man als Betroffener dasteht (und oft auch so behandelt wird) als hätte man einen Defekt.
      Dabei sind psychische Leiden nach meinem heutigen Kenntnisstand (47 Jahre Leiden und 22 Jahre Recherche, Selbsthilfe und Coaching) die NATÜRLICHE Folge von Trauma bzw. Kindheitstrauma.
      Wirklich toll, dass du dich ebenfalls der Heilung und „Ent-Tabuisierung“ widmest.

      Danke & LG, Kris

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